RWE, E.ON und EnBW: Bei den Energieversorgern brennen die Sicherungen durch

power-poles-503935_960_720Die drei deutschen Versorger standen heute Morgen unter Hochspannung, denn um 09:30 Uhr schlug das Stündchen der Wahrheit: Das Bundesverfassungsgericht entschied über eine Steuerrückzahlung für die Energiekonzerne in Höhe von rund sechs Milliarden Euro. Und siehe da: das Gesetz wurde für nichtig erklärt! Da knallten die Korken in Stuttgart, Essen und Düsseldorf und der Aktienkurs der Energieriesen schoss innerhalb von Minuten aus der roten Verlust-Zone auf Rekordhochs. Doch wie kam es zu dieser historischen Entscheidung?

Da brennts!

Die sogenannte “Brennelementesteuer” stand heute in Karlsruhe am Pranger. Das sind Abgaben, die die drei Versorger seit 2011 zahlen mussten, wenn in Reaktoren ein neues Brennelement mit Plutonium oder Uran eingesetzt wurde. Ermöglicht wurden die Steuereinnahmen in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr durch das vom Bund beschlossene “Kernbrennstoffsteuergesetz”. Ein tolles Wort für Scrabble-Fans, ein Damoklesschwert für die Energiebranche, die ohnehin schon mit zahlreichen Baustellen zu kämpfen hat.

Die in den vergangenen Jahren stark gefallenen Strompreise, die wachsende Konkurrenz durch Ökostromanbieter, die in die Netze drängen und die hohen Kosten für die Energiewende – all das sind Stressfaktoren, die RWE und Co. tief in die roten Zahlen stürzten. Nach eigenen Angaben zahlte EnBW bis Ende 2016 rund 1,4 Milliarden Euro, E.ON 2,8 Milliarden Euro und RWE 1,7 Milliarden Euro ins Steuertöpfchen. Geld, das sie nun voraussichtlich zurückerhalten.

Alles rechtens?

Nein. Bereits 2012 reichte E.ON beim Finanzgericht Hamburg Klage gegen das 26 Buchstaben lange Gesetz ein, das die drei Energiekonzerne gegenüber der Konkurrenz, die keine Atomsteuer zahlen muss, finanziell benachteiligt. Angeblich hatte der Bund außerdem gar nicht die Kompetenz, eine solche Steuer einzuführen. Hamburg wandte sich an Karlsruhe und was folgte, war eine lange Stille. Die Konzerne mussten in den Folgejahren weiter bluten und der Staat kassierte bis heute für jedes Gramm Brennstoff 145 Euro. Doch damit ist es nun vorbei. Das Bundesverfassungsgericht kippte die Steuer als verfassungswidrig und die betroffenen Konzerne dürfen nun auf eine milliardenschwere Rückzahlung hoffen.

RWE-Aktie: Mal Top, mal Flop

RWE-Anleger mussten in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Leidensfähigkeit beweisen. Wie sonst lässt sich ein Wechselbad von teilweise über 40 Prozent Verlust pro Jahr (2014) und Renditen von Plus 54 Prozent (Year-to-Date) verkraften? Ein Tagesgewinn von momentan rund vier Prozent ist eine hübsche Rendite für kurzfristig orientierte Spekulanten, doch langfristig gesehen hat RWE nicht das Potential, das wir von einem boerse.de-Aktienbrief-Champion erwarten. Hätten Sie vor zehn Jahren in RWE investiert, so müssten Sie jetzt einen Verlust von 78 Prozent beklagen. Aktien der gesamten, im Wandel befindlichen Branche sind konjunkturabhängig, starken Schwankungen ausgesetzt und eignen sich deshalb höchstens zum “Zocken”, nicht aber für den langfristigen Vermögensaufbau. Schonen Sie Ihre Nerven und Ihr Depot und investieren Sie in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein risikoarmes und dennoch renditestarkes Investment, mit dem Sie innerhalb von 35 Monaten 52,4 Prozent Rendite erzielt hätten. Soviel ist sicher!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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