Bitcoin: Anlagechance oder Tulpenzwiebel des 21. Jahrhunderts?

Beim Begriff “Bitcoin” denke ich unweigerlich an dubiose Internetgeschäfte im grauen Niemandsland, an “Hacker-Typen” und Cyberkriminelle. Warum wir der alternativen Währung, die so gar nicht zu unserer von Sicherheit und Langfristigkeit geprägten boerse.de-Philosophie passt, heute trotzdem einen Artikel widmen? Ganz einfach, weil Bitcoins unverschämt erfolgreich sind, durch die Schlagzeilen der internationalen Presse geistern und sich viele Anleger fragen, ob es sich bei den digitalen Münzen vielleicht um DIE Anlagechance des Jahrzehnts handelt.

Was ist eigentlich “Bitcoin”?

Bei Bitcoins, aufgrund ihrer Verschlüsselungstechnik auch “Kryptogeld” genannt, handelt es sich um eine rein digitale Internetwährung. Im Gegensatz zum Geld in unserem Portemonnaie werden Bitcoins nicht von Zentralbanken reguliert und ausgegeben, sondern von Rechnern. Nutzer können Bitcoins zum Wert von sage und schreibe rund 2000 Euro pro Stück oder Bruchteile davon kaufen, in ihrem digitalen Geldbeutel speichern, sparen oder ausgeben. Zum Beispiel bei Expedia, Dell, Microsoft – oder im Restaurant “Wilde 13” im schönen Augsburg. Ein Stückchen Kryptographie, das mehr wert ist als eine Feinunze Gold? Der Gedanke ist zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig, doch der kometenhafte Aufstieg der Bitcoins hat durchaus irdische Gründe.

Symbolbild von Bitcoins
Hätte, hätte, Blockchain-Kette

Der Kurs einer Bitcoin ist in den vergangenen fünf Jahren um 55.000 Prozent gestiegen und hat vermutlich so manch einen abenteuerlustigen “Nerd” zum Millionär gemacht. Alle derzeit im Umlauf befindlichen 16,3 Millionen Bitcoins zusammengerechnet ergäben einen Marktwert, der dem der renommierten Deutschen Bank nahe kommen würde. Wie lässt sich dieser Boom erklären?

Wie bei Aktien definiert sich der Preis aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Der von vielen als “Blase” beschimpfte Trend entstand aus einer Art “Goldrausch”, gepaart mit einem begrenztem Angebot, denn die Produktion ist zeitaufwendig und unwiderruflich auf 21 Millionen Bitcoins limitiert. Und wie so oft wecken seltene Dinge Begehrlichkeiten…

Doch es gibt auch ganz pragmatische Gründe für den Erfolg der Internetwährung. Online-Banking klingt zwar enorm digital, ist es aber nicht. Auch bei Bezahlmethoden im Internet sind Banken involviert, die eine gewisse “offline” Bearbeitungszeit für Transaktionen verlangen. Geschäftszeiten der Geldinstitute passen aber so gar nicht zur alles-hier-und-jetzt Mentalität der Internetwelt, in der Videos live gestreamt und bestellte Schuhe noch am selben Tag geliefert werden können. Eine Diskrepanz, die digitale “Echtzeit-Währungen” überbrücken könnten.

Ob sich Bitcoins tatsächlich zur führenden Online-Bezahlmethode entwickeln, von anderen Kryptowährungen wie Ethereum abgelöst oder gänzlich vom Markt verschwinden werden, kann momentan niemand vorhersehen. Genau deshalb sind Bitcoins auch eine extrem spekulative Geldanlage.

Wertanlage oder Wetteinsatz?

An einem Tag totgesagt, am anderen Tag auf einem neuen Rekordhoch: der Bitcoin-Kursverlauf ist so wankelmütig, dass man wohl kaum von einer langfristigen, risikoarmen Geldanlage sprechen kann. Das Kennzeichen einer Währung ist unter anderem ihre Stabilität. Da Bitcoins keiner Regulation unterworfen sind und von vielen Käufern nicht als Bezahlmittel, sondern Spekulationsobjekt gehandelt werden, schwankt ihr Wert ganz erheblich. So sind Einbrüche von 300 Dollar pro Bitcoin innerhalb einer Stunde keine Seltenheit. Noch im Januar war der Kurs unter 800 Dollar gerutscht, auch im März hatte es Rückschläge gegeben. Die Bundesbank warnte deshalb Sparer kürzlich davor, der Bitcoin-Manie zu verfallen, die schon als “Tulpenzwiebel-Hausse des 21. Jahrhunderts” bezeichnet wird. Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele sagte: „Aus unserer Sicht ist der Bitcoin kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren.“

Wir schließen uns dieser Warnung an und empfehlen Ihnen, Ihr Erspartes nicht in kryptische Codes umzuwandeln, sondern sicher und dennoch rentabel zu investieren. Zum Beispiel in den BCDI. Nein, damit meinen wir keinen virtuellen Bitcoin-Index, sondern den äußerst realen boerse.de-Champions-Defensiv-Index, bestehend aus zehn der, laut Performance-Analyse, langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt. Bei jeder Bank oder Sparkasse können Sie ganz einfach das BCDI-Zertifikat(WKN: DT0BAC) odern. “Unser” BCDI-Index markierte diese Woche abermals einen neuen Rekordstand und bescherte den Anlegern ganz reale 53 Prozent Rendite innerhalb von knapp drei Jahren. Eine Performance, um die Sie Bitcoin-Besitzer beneiden werden, wenn die Blase doch eines Tages platzt…

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

Advertisements
Bitcoin: Anlagechance oder Tulpenzwiebel des 21. Jahrhunderts?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s