Börsen-Indikatoren: Was High-Heels, Miniröcke und die Sotheby’s Aktie über die Finanzmärkte sagen

girl-925410_960_720Wir Börsianer sind doch immer auf der Suche nach dem Wirtschaftsorakel, das uns möglichst schnell und zuverlässig Aufschluss über die zukünftige, konjunkturelle Entwicklung gibt. Droht die nächste Krise oder dürfen wir der gegenwärtigen Aktien-Hausse noch ein Weilchen trauen?

Dabei verhält sich mancher Marktteilnehmer wie ein verschmähter Liebhaber: Er sucht nach Gründen und Indizien, die für oder gegen die Zuneigung seiner Angebeteten sprechen könnten. Handleser, Astrologen, Gänseblümchen… alle möglichen Ratgeber werden auf der Suche nach einer Antwort konsultiert. Da es für die Prognose von Börsenkursen weder passende Blumen, noch verlässliche, esoterische Berufsgruppen gibt, mühen wir uns mit semiprofessionellen Indikatoren, die äußerst amüsant und zeitweise sogar zutreffend sind. Also, sehen wir sie uns einmal näher an, die mystischen Börsenorakel…

Minirock vs. High-Heels

Weibliche Attribute sprechen eine Sprache, für die die (meist männlichen) Börsianer offensichtlich ein sehr feines Gehör haben. Warum sonst gibt es keine Bartlängen-, Bildschirmgrößen-, oder Bierverbrauch-Indikatoren?

Der Ökonom Georg Taylor veröffentlichte deshalb nach umfassenden Studien in den 20er-Jahren die “Rocksaumtheorie”. Ihr zufolge gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Florieren der Wirtschaft und der Länge der Röcke bzw. Kleider. Je größer das Wachstum, desto kleiner der Stoff, könnte man sagen. Taylor zog daraus den Schluss, dass auf Wohlstand Optimismus und Risikofreude folgen. Seine inspirierende These wurde sogar vom National Bureau of Economic Research validiert und siehe da: Die Datenanalyse zeigt, dass die Rocklänge tatsächlich auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung reagiert allerdings mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu drei Jahren.

Ein Blick auf die Terrasse des Eiscafés verrät: Die rocklängenbasierte Wirtschaftsprognose gestaltet sich diesen Sommer schwierig. Vom Mini über Bleistiftrock bis hin zum knöchellangen Kleid ist alles vertreten. Also auf zum nächsten Indikator: dem Schuhwerk.

Was viele gerne sehen würden (Mini + High-Heels) ist sowohl out, also auch ein wirtschaftlicher Widerspruch. Kurze Röcke deuten auf einen Wirtschaftsaufschwung, hohe Absätze dagegen auf konjunkturelle Krisenstimmung. Der “High-Heel-Index” besagt nämlich, dass Frauen sich ein umso gewagteres Styling und höhere Stöckelschuhe gönnen, je trüber die Stimmung an den Märkten ist. Auch in diesem Punkt herrscht Unstimmigkeit unter der weiblichen Fokusgruppe: Diesen Sommer geht alles von Ballerinas über Sneakers bis hin zu Stilettos. Bleibt uns noch die Flucht in die Welt der Kunst…

Kunst-Kurven

Der Aktie von Sotheby’s wird ein untrüglicher Riecher unterstellt. Während das Investieren in Kunst eine sehr spekulative Angelegenheit ist, fungiert der Kursverlauf des Auktionshauses als verlässlicher Indikator für Blasen am Finanzmarkt. Er hat die großen drei Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte vorhergesagt und funktioniert nach einem logischen Prinzip: Wenn die Leute zu Beginn einer Hausse anfangen, im Geld zu schwimmen, wissen sie oft erst nicht, wohin damit. Bis sie auf die Kunst stoßen. Dann kann es zu einem spektakulären Boom kommen und der Sotheby’s Aktienkurs steigt. Wenn jedoch die Konjunktur und damit die Stimmung der Kaufkräftigen beginnt zu kippen, sparen sie zuallererst an Statussymbolen. Gemälde, Schmuck und Skulpturen verlieren an Bedeutung, der Sotheby`s-Kurs fällt.

Vertraut man dem Kunst-Orakel, so stehen momentan noch alle Zeichen auf “Grün”: Die Kurs-Kurve zeigt steil nach oben, die Unternehmenskennzahlen entwickeln sich erfreulich und erst gestern wechselte ein spektakuläres Kunstobjekt den Besitzer: die teuersten Diamantohrringe der Welt (57 Millionen Dollar).

Liebe Leserinnen und Leser, die Börse wird auch als “größtes Spiel der Welt” bezeichnet und dazu gehören natürlich allerlei Strategien und “Kniffe”, mit denen Könner versuchen, ihre Gewinnchancen zu maximieren. Sehr unterhaltsam aber nicht “überlebensnotwendig”, denn langfristig lassen auch Miniröcke die Märkte kalt. Was zählt, ist die Laufrichtung: aufwärts. Im Mittel gewinnen Dax und Dow jährlich 9 Prozent an Wert, seit Jahresbeginn brachten es Dax und BCDI sogar auf eine Rendite von 11,5 bzw. 11,6 Prozent. Zahlen, die eine deutlichere Sprache sprechen, als jeder Indikator…

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

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