Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

telephone-1541396_960_720Morgen wird es Zeit, den magentafarbenen Teppich auf dem Parkett auszurollen, denn die Börsenlegende Deutsche Telekom präsentiert ihr Zahlenwerk zum ersten Quartal. Die Nachrichtenlage rund um das mit Spannung erwartete Event ist relativ dünn und Marktexperten

hüllen sich in vage Formulierungen. Vielleicht, eventuelle, möglicherweise könnte das Telekommunikationsunternehmen mit einem etwas besseren Ergebnis aufwarten, als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern selbst hat sich für das Gesamtjahr ambitionierte Wachstumsziele gesteckt: Bei einem weiteren Umsatzanstieg solle das Vorsteuerergebnis im laufenden Geschäftsjahr um knapp 4 Prozent auf rund 22,2 Mrd. Euro zulegen. Gleichzeitig erwarte der Konzern einen Free Cashflow von rund 5,5 Mrd. Euro, was einer Steigerung von etwa 12 Prozent im Vergleich zu 2016 entsprechen würde. Gleichzeitig wollen die Bonner mit einer erhöhten Dividende von 0,60 Euro pro Anteilsschein um die Gunst neuer Anleger buhlen. Das Prozedere ist mehr Pflicht als Kür, denn mit einem Kursgewinn von nur drei Prozent seit Jahresanfang bleibt die T-Aktie weit hinter dem Dax-Mittelfeld zurück.

Kein Anschluss

Der rosa Riese muss sich ganz schön abstrampeln, wenn er den Anschluss zur Konkurrenz halten will. Da kommen mir doch die kultverdächtigen Worte des Radprofis Udo Bölts in den Sinn, der seinen Kapitän und Telekom-Teamkollegen Jan Ullrich mit “Quäl dich, du …!” 1997 zum Tour-de-France-Sieg schrie. Ähnliches könnte auch der amtierende Telekom-Chef Tim Höttges durch die Gänge rufen, denn die Geschäfte auf dem Heimatmarkt liefen in letzter Zeit eher schleppend. Die britische Beteiligung BT Group litt unter den Folgen des Brexit und eines Bilanzskandals in Italien, die sich deutlich wertmindernd auswirkten.

Doch getreu dem Motto “alles neu macht der Mai” geht Höttges 2017 optimistisch an den Start: Staatliche Subventionen für den Netzausbau, bessere Erlöse aus dem Breitbandgeschäft und geringere Kosten sollen dafür sorgen, dass die Telekom auch hierzulande wieder Rückenwind spürt. In den vergangenen Jahren musste nämlich stets das amerikanische Zugpferd T-Mobile US den Karren aus dem Dreck ziehen.

Hold the line, please

Der Mann, der immer wieder für die Bilanz-Rettung der Deutschen Telekom verantwortlich war, heißt John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US. Ihm gelang das Kunststück, immer mehr Kunden für die Magenta-Marke zu begeistern und aus dem einstigen Sorgenkind die Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt zu machen. Mit Erfolg: Im vergangenen Quartal steigerte T-Mobile US den Gewinn um fast die Hälfte auf 698 Millionen Dollar und erwirtschaftet mittlerweile einen Großteil der Umsätze und des Gewinns der Konzernmutter.

Diese grundlegende Rollenverteilung wird uns vermutlich erstmal erhalten bleiben und auch der Aktienkurs der Bonner bewegt sich seit Monaten im gemächlichen Seitwärtsgang. Obwohl die T-Aktie eine wahrhaft lange und spektakuläre Börsenhistorie aufweist, so fehlen ihr doch die Merkmale eines boerse.de-Champions: Eine hohe Gewinn-Konstanz, unterdurchschnittliche Rückgänge in Korrekturen und überdurchschnittliche Kursgewinne. Diese Attribute finden Sie nicht in Bonn, sondern im boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der mit einer Rendite von sage und schreibe 51,48 Prozent seit Börseneinführung am 1. Juli 2014 das gelbe Trikot mehr als verdient hat.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

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