BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

car-1281697_960_720Wofür steht das Kürzel “BMW”? Bald Mein Wagen. Zugegebenermaßen ein extrem platter Witz mit einem Fünkchen Wahrheit garniert: Die sportlichen Autos der Münchener wecken Begehrlichkeiten. Bei Hehlerbanden aber auch bei Aktionären, die der morgigen, endgültigen, Q1-Präsentation entgegenfiebern.

Als dritter und damit letzter Autobauer im DAX überraschte BMW bereits am 20. April mit vorläufigen Quartalszahlen und deutlich höheren Gewinnen. Ein Trend, der sich in den Resultaten der gesamten Branche widerspiegelt, denn auch VW und Daimler punkteten im Vorfeld mit Rekordergebnissen.

Aus Freude an Zahlen

Einen Titel musste BMW 2016 an Mercedes abtreten: Der Pokal “weltgrößter Premiumhersteller” ging nach elf Jahren an der Spitze erstmals an die Stuttgarter, die deutlich mehr PKWs verkauften als die Bayern. Trotz des kleinen Wermutstropfens haben die Münchener morgen vermutlich allen Grund zum Feiern. Die vorläufigen Zahlen lassen vermuten, dass das Vorsteuerergebnis der vergangenen drei Monate die drei Milliarden Euro-Grenze knackte, was einem Zuwachs von 27 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der Konzernumsatz nahm um 12,4 Prozent auf 23,45 Milliarden Euro zu.

Ein “Kickstart” gelang BMW wohl auch beim Finanzergebnis: Es schnellte auf 359 Millionen Euro in die Höhe, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 89 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Grund genug für ein kollektives “Prosit” in der Chefetage des Autobauers? Leider nein, denn der schöne Schein trügt manchmal. Sowohl im Bierzelt, als auch in der Bilanz.

Ein Haar in der Suppe…

…fanden die Anleger nach Vorlage der Ergebnisse Mitte April. Das Zahlenwerk strahlte zwar auf den ersten Blick wie eine frisch polierte Luxuslimousine, doch bei näherem Hinsehen zeigten sich ein paar Kratzer. So kletterte der Quartalsgewinn im mit Abstand wichtigsten Automobil-Segment lediglich um sechs Prozent auf 1,87 Milliarden Euro und die Marge lag mit mageren neun Prozent sogar leicht unter dem Niveau des Vorjahres-Quartals.

Auch das anscheinend brillante Finanzergebnis schmeckte den Investoren nicht so recht, da es auf positive Bewertungseffekte statt BMW’s Erfolg als Autohersteller zurückzuführen war. Zum Beispiel die Resultate aus dem Kartendienst Here, den BMW, Daimler und Audi 2015 von Nokia erwarben. Der Einstieg neuer Partner bei diesem ungewöhnlichen Projekt konkurrierender Hersteller führte zu einer höheren Bewertung der BMW-Anteile an Here. Ein Sondereinfluss, von dem bereits Erzrivale Daimler profitierte. Mit dem Unterschied, dass Mercedes bei der für einen Autohersteller wesentlich wichtigeren Kennzahl “Marge” deutlich besser abschnitt als BMW: Die Stuttgarter steigerten ihre Umsatzrendite von sieben Prozent im Vorjahr auf zuletzt 9,8 Prozent.

Zahlentechnisch muss BMW also noch ein paar Dellen ausbügeln, um Anleger zum Einsteigen zu bewegen. Die Konkurrenz unter den Automobilherstellern ist groß und Investoren werden bei der morgigen Zahlen-Präsentation und der Hauptversammlung am 11. Mai sehr genau hinhören, um zu erfahren, mit welchen neuen Modellen und Investitionen BMW wieder an die Weltspitze preschen will.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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