Fly me to the sky, SAP!

Willkommen zur Afterhour! Nach dem Motto: “Nach der Party ist vor der Party” winken wir einmal lässig in Richtung Emmanuel Macron. Dem französische Präsidentschaftskandidat mit dem oh là là-Siegerlächeln, dem seit gestern die (Börsen-) Welt zu Füßen liegt.

Er gilt als Freund der EU und wird vermutlich alles daran tun, um einen “Frexit” zu verhindern. Gut für die Wirtschaft, gut für uns BUXies. Unsere Germany 30 jubelten deshalb “Merci, Macron!” und markierten mit 12.455 Punkten und einem Plus von über drei Prozent ein neues Alltime-High. Yeah! War das der Startschuss für die Sommer-Börsenrally Frankreich-Frankfurt?

Maybe, baby. Die Zeichen stehen jedenfalls auf “Go!” und die aktuelle Bilanz-Saison, in der Unternehmen die Ergebnisse der vergangenen Monate präsentieren, könnte dem Aktien-Hype noch einen extra Boost verleihen. Während sich diese Woche US-Unternehmen wie Alphabet, Microsoft oder Twitter auf Bilanz-Pressekonferenzen die Klinke in die Hand geben, stehen die deutschen Firmen noch in den Startlöchern. Doch heute kommt auch bei uns Schwung in die Einzelwerte…

Unnützes Wissen

Wer braucht schon Wall Street? Wir haben Walldorf! Stammsitz des SAP-Konzerns, der heute morgen Zahlen der vergangenen drei Monate präsentierte. Und was haben die zwei W’s gemeinsam? Richtig: Den Sellerie-Salat. Der verdankt seinen Namen nämlich dem legendären New Yorker Waldorf-Hotel und einem glücklichen Zufall: Zwei Auswanderer aus dem badischen Walldorf namens Astor tauften sowohl den Salat, als auch die Hotelkette Waldorf-Astoria. Ein “l” fiel wohl dem Slang zum Opfer, well…

Dank des Softwareriesen SAP ist die baden-württembergische Kleinstadt zu einer der reichsten Gemeinden Deutschlands geworden. Silicon Walldorf ist ein Hightech-Standort voll mit Nerds in Hipster-Uniform, Tennisplätzen und E-Autos. Eine Miniaturausführung des kalifornischen Silicon Valley, sozusagen.

Mehr geht nicht mehr

Doch. Denn über dem Schwabenländle kursiert eine ganz besondere Wolke, die für regelmäßigen Geldregen sorgt: Die “Cloud”. In der Datenwolke können SAP-Kunden teure Software für billiges Geld mieten, statt sie zu kaufen. Ein smartes Abo-Modell, mit dem Zeitungen, Fitnessstudios und Telcos schon seit Jahrzehnten üppig Geld verdienen und das bei SAP für über 30 Prozent Wachstum in der Cloud-Sparte sorgte. Auch das „altmodische“ Geschäft mit Softwarelizenzen boomt und das, obwohl der Konzern diese Sparte kaum noch pusht. Die Lizenserlöse übertrafen sogar die Erwartungen der Analysten: SAP verdiente an ihnen 691 Millionen Euro und damit weit mehr als die prognostizierten 641 Millionen.

Einziges Regenwölkchen am blauen SAP-Himmel: Aufgrund der gestiegenen Personalkosten sank der Nettogewinn der Schwaben um neun Prozent. Die Mitarbeiter profitieren nämlich von einem „aktienbasierten Vergütungssystem“. Sprich: Je höher der Aktienkurs, desto größer das Plus auf deren Gehaltszettel. Ein nettes „Extra“, das SAP sich einiges kosten läßt.

Durchaus möglich also, dass SAP-Chef Bill McDermott heute seine Pole-Position als DAX-Spitzenverdiener ausbaut und sich vom Geldregen aus der Datenwolke berieseln lässt. Ihr wollt auch ein Stück vom käuflichen Glück? Dann mal ran an die Knöpfe, the sky is the limit.. Happy Trading!

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