Kann Zalando seine Erfolgsgeschichte fortsetzen?

Pünktlich zum Start der neuen Bilanz-Saison plaudert Online-Versandhändler Zalando morgen aus dem Schuhkarton, und veröffentlicht die Zahlen zum ersten Quartal 2017. Das 2008 gegründete Unternehmen blickt auf eine kurze aber imposante Erfolgsgeschichte zurück und belehrte viele Skeptiker eines Besseren. Auch ich als passionierte Online-Shopperin und Schuhliebhaberin dachte anfangs: Fußbekleidung übers Internet? Das wird nichts! Schließlich kommt man bei Schuhwaren – im Gegensatz zur Oberbekleidung – um eine Anprobe nicht herum und die gestaltet sich virtuell eher schwierig, vermuteten viele…

Denn trotz der wie erwartet hohen Retourenquote von 50 Prozent durch Fehl- und Mehrfachbestellungen, die auf Zalandos Rendite drückt, mauserte sich der ehemalige Schuhverkäufer zu Europas größtem Online-Modehändler und viele Analysten erwarten morgen eine positive Überraschung.

Schrei vor Glück

Ein Umsatzplus von fast einem Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ein Zuwachs beim operativen Ergebnis von 93 Prozent dürften die selbst gesteckten Ziele der Berliner übertreffen, und für Jubel im Shopping-Headquarter sorgen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr: Bereits im Januar feierte Zalando die Milliarden-Umsatzgrenze als Krönung eines erfolgreichen Geschäftsjahres 2016.

Vor allem die “Plattform-Strategie” und Kundenorientierung der Shopping-Website beginnt Früchte zu tragen. Die drei jungen Firmenchefs Rubin Ritter, David Schneider und Robert Gentz haben schnell erkannt, dass sich mit dem bloßen Verkauf und Versand von Schuhen nicht das große Geld verdienen lässt. Bald ergänzten Lederwaren und Oberbekleidung das Sortiment und verwandelten das heimische Wohnzimmer der Zalando-Kunden in eine private Umkleidekabine mit der Erfolgsformel: Bestellen, anprobieren und gratis retournieren. Oder noch besser: Unpassende Ware kostenfrei abholen lassen. Bequemer geht’s fast nicht.

Ermöglicht wird der logistische Balanceakt bestehend aus gratis Versand, Retoure und Extravaganzen wie “Same Day Delivery” oder “Abholung am Wunschort” durch eigene Logistikzentren und Kooperationen mit Partnerunternehmen, die unaussprechliche Kunstnamen wie Trunkrs oder Tiramizoo tragen.

Der “Dreiklang” aus Mode, Technologie und Logistik ist ein Alleinstellungsmerkmal, das Neulingen einen Markteintritt erschwert und es Zalando erleichtert, seine Marktdominanz auszubauen.

Gefahr aus Amazonia

Eine erfolgreiche Abwehrstrategie allein genügt jedoch nicht. Internetgigant amazon.com demonstriert seit Jahren, wie rentabel es sein kann, sich den Feind zum Freund zu machen. Die Partner-Strategie des US-Unternehmens ermöglicht es Marken und selbst kleinen Einzelhändlern, Waren gegen eine Provision über Amazon anzubieten. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Amazon verfügt über ein breitgefächertes Sortiment und Partner profitieren von einer erhöhten Auffindbarkeit und den ausgefeilten Logistik-Services des E-Commerce-Riesen. Zalando schmiedet ähnliche Pläne – nicht zuletzt, um Amazon in Europa Paroli zu bieten. Die Berliner verstehen sich als virtuelle Einkaufsstraße mit einem “Shop-in-Shop”-System, in dem jeder Partner seine eigene Präsenz erhält. Inklusive einer kompletten Werbe- und Logistik-Infrastruktur, versteht sich.

Vielen Anlegern scheint Zalandos Vision zu gefallen und so gewann die Aktie – nach einigen Höhen und Tiefen – im vergangenen Jahr rund 36,5 Prozent an Wert. Die noch junge Erfolgsgeschichte des Online-Versandhändlers, der erst 2014 sein Börsendebüt feierte, ist so sprunghaft, wie dessen Kundschaft selbst. Sobald ein anderer Anbieter mit einer besseren Produktauswahl oder noch bequemeren Serviceleistungen lockt, sind die Kunden buchstäblich weg vom Fenster. Ein Risiko, das sich für Investoren nicht immer bezahlt machen muss. Wenn Sie ihr Erspartes langfristig und “trendresistent” investieren möchten, lohnt sich ein Blick auf den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Mit seinem defensiven Anlagekonzept ist der Index selten für spektakuläre Kurssprünge zu haben, überzeugt jedoch durch unterdurchschnittliche Rückschläge bei gleichzeitig herausragender Perfromance. Seit Börseneinführung gewann der BCDI 48,1%(!), während im gleichen Zeitraum Dax und Dow Jones lediglich 23,2% bzw. 22,6% Kursgewinn verzeichnen konnten.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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