Lufthansa, wohin geht die Reise?

Die Lufthansa-Aktie brachte es gestern höchstens auf das Niveau eines Papierfliegers: Sie trudelte mit einem Minus von 2,8 Prozent in Richtung Süden. Ein trauriges Bild, das einer pessimistischen Branchenstudie von Merrill Lynch zu danken war, die sowohl Lufthansa, als auch AirFrance-KLM wegen anhaltend niedriger Ticketpreise eine düstere Zukunft prophezeite.

Total überbewertet, die Kranich-Aktie, meinten die Investmentbank und stufte das Kranich-Papier auf ein Kursziel von 9 Euro herunter. Angesichts des momentanen Kursniveaus von rund 15 Euro pro Anteilsschein wäre das ein ziemlicher Rückschlag für die LH-Aktionäre, die sich seit Jahresbeginn über sportliche 22 Prozent Rendite freuen durften.

Rückenwind

2016 war turbulent, keine Frage. Pilotenstreiks, Terrorangst, der Konkurrenzkampf gegen Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair…die Traditionsairline hatte an vielen Fronten zu kämpfen. Trotz allem Gegenwind gelang es der Lufthansa dennoch, einen Rekordgewinn zu landen: Wie die Airline Mitte März bekannt gab, blieb unterm Strich mit 1,8 Milliarden Euro fast fünf Prozent mehr Gewinn übrig als im Vorjahr. Der Hauptgrund für das gute Ergebnis waren aber nicht etwa gestiegene Ticket-Verkaufszahlen, sondern eine Entlastung bei den Betriebsrenten. Weil Flugbegleiter in Zukunft statt einer garantierten Rentenhöhe nur noch Festbeiträge erhalten, sparte die Fluggesellschaft 652 Millionen Euro.

In Sachen Wachstum hat dagegen Ryanair die Schnauze vorne: Die Iren schnappten sich im vergangenen Jahr den Titel “größte europäische Airline” und stießen die LH vom Thron. Insgesamt beförderte Lufthansa 109,7 Millionen Passagiere, was einem Wachstum von 1,8 Prozent entsprach, Ryanair brachte es auf 117 Millionen Fluggäste- ein sattes Plus von 15 Prozent.

Gegenwind

Grund genug für die LH, um 2017 einen Gang raufzuschalten. Die Einigung im Tarifkonflikt mit den Piloten könnte sich zwar ähnlich positiv in der Bilanz bemerkbar machen wie die Entlastung bei den Betriebsrenten, doch auf der anderen Waagschale liegen höhere Treibstoffkosten. Der Konzern rechnet mit einer Tankrechnung von 5,2 Milliarden Euro in diesem Jahr- rund 350 Millionen Euro mehr als 2016. Bei allen Fluglinien ist der Preis fürs Kerosin der größte Kostenpunkt und könnte die Bilanz der Airline in diesem Jahr schwer belasten. Auch wird Lufthansa den Atem der Konkurrenz weiterhin im Nacken spüren, die mit Dumping-Preisen immer mehr Fluggäste an Bord holen. Heute fällt auch die letzte Bastion der LH: Frankfurt. Um 6:50 Uhr startete das erste Ryanair-Flugzeug mit Ziel Palma de Mallorca.

Sanfte Landung?

Die Luft im EU-Raum wird dünn und die Kranich-Airline muss sich langsam nach neuen Fanggründen umsehen. Zum Beispiel Asien. Gestern gab die Fluggesellschaft eine Kooperation mit Cathay Pacific bekannt, die die Frankfurter auf einen Schlag zum Marktführer auf Strecken zwischen Europa, Australien, Neuseeland und Fernost macht. Durch das Code-Sharing Abkommen können LH-Kunden künftig via Hongkong vier neue Ziele am anderen Ende der Welt ansteuern, die bis dato fest in Hand der Golf-Airlines sind.

Die Eroberung des fünften Kontinents ist nur ein Schritt in Richtung Zukunft. Laut “BamS” führt die LH bereits Gespräche mit HTT, kurz für “Hyperloop Transport Technologies”- einem weiteren Baby des visionären Tesla-Gründers Elon Musk. Dabei handelt es sich um einen Hochgeschwindigkeitszug, der mit bis zu 1.220 km/h durch Vakuum-Tunnel “schießen” soll und Flugzeuge auf manchen Strecken überflüssig machen würde. Momentan laufen erste Testversuche mit Kapseln, doch es ist völlig unklar, ob der Hyperloop jemals realisiert wird, oder einen Platz in Utopia bekommt.

“Unsicherheit” ist bei Anlegern generell ein äußerst kritischer Zustand. Auch wir von boerse.de investieren unser Kapital lieber in risikoarme Branchen, wie beispielsweise die der Nahrungsmittel- oder Pharmaindustrie, die weniger Turbulenzen ausgesetzt sind als die Luftfahrt. Deshalb haben wir eine Alternative für den stressfreien Vermögensaufbau entwickelt: Den boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI. Dieser Index besteht aus zehn risikoarmen Einzelaktien, die sich seit vielen Jahren durch eine besonders hohe Gewinn-Konstanz auszeichnen. Mit Erfolg: Der BCDI gewann seit seinem Börsenstart am 1.Juli 2014 ganze 42,4 Prozent, die Lufthansa-Aktie verlor im selben Zeitraum  Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

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