Das Wort zum Wochenende: Finanzbildung, dringend gesucht!

Mein siebenjähriger Sohn interessiert sich für Geld. Sehr sogar. Er zählt mit Begeisterung den Inhalt seines Sparschweins, rechnet im Matheunterricht fleißig mit Euro und Cent und versucht langsam ein Bild davon zu bekommen, wie viel Auto, Miete, Gummibärchen und FC Barcelona-Trikots kosten. Nur eine Frage stellt er mir immer wieder: “Mama, was ist eigentlich dein Beruf?” Ich erkläre ihm dann, dass ich über die Börse schreibe. Was Aktien sind und warum das alles wichtig ist. Dabei stelle ich immer wieder fest, wie schwierig es ist, einem Kind in einfachen Worten ein so komplexes Thema wie “Die Börse” zu erläutern. Ich probiere es mit “einem Handelsplatz, auf dem Menschen Firmenanteile kaufen und verkaufen können. Wie ein Flohmarkt, verstehst du? Und je mehr Leute etwas haben wollen, desto teurer wird’s. Und umgekehrt”. Meistens wendet er sich dann gelangweilt ab, um mich Wochen später wieder das Gleiche zu fragen.

Gott sei Dank kam mir ein Kinderfernsehprogramm zu Hilfe, dem endlich gelang, woran ich monatelang scheiterte: Meinen Sohn für das Thema Aktien zu begeistern. In bunten Bildern und anschaulichen Geschichten wurde der Ursprung der Handelsplätze im alten Rom, die erste “echte” Börse in Brügge und ihre heutigen Nachkommen in Frankfurt, London oder New York erzählt. Das Eis war gebrochen und in der Schule bin ich jetzt die “Aktienhändlerin”. Stimmt nicht ganz, freut mich aber trotzdem. Es ist also durchaus möglich, bereits Kinder im Grundschulalter für das Thema Finanzen zu begeistern. Nur über das “ob” und “wie” scheiden sich die Geister.

Zweifelsohne haben Lehrer heutzutage viel zu tun. Sie müssen in den (zu) kurzen Schultagen umfangreichen Lehrstoff vermitteln, den Schülern zusätzlich “soft skills” vermitteln und auch soziale und musische Fähigkeiten dürfen nicht zu kurz kommen. Kein Wunder, dass das Thema “Finanzbildung” selten auf dem Lehrplan steht und wenn dann nur in wirtschaftsspezifischen Fächern auftaucht. Mit besorgniserregenden Konsequenzen: Laut einer 2015 veröffentlichten Studie, von der Ratingagentur S&P, für die  150.000 Menschen aus 155 Ländern zu ihrem finanziellen Grundwissen befragt wurden, liegt Deutschland mit einem “Alphabetisierungsgrad” von 66 Prozent weltweit nur auf Platz 8. Spitzenreiter sind skandinavische Länder wie Norwegen, Dänemark und Schweden, auf den letzten Plätzen rangieren Jemen, Algerien und Afghanistan. Im Umkehrschluss bedeuten diese Zahlen, dass 34 Prozent der Deutschen über ein unzureichendes Finanzwissen verfügen. Ein Alarmsignal, das schnelles Handeln erfordert um aus einem “Volk der Sparer” kein “Volk der Schuldner” werden zu lassen.

Natürlich ist es nicht damit getan, den Bildungsinstituten den “Buhmann” zuzuschieben. Um unseren Kindern einen soliden Start in ihre (finanzielle) Zukunft zu sichern, müssen wir uns erstmal selbst an die Nase fassen. Sind wir denn überhaupt ein gutes Vorbild wenn es um Geldanlagen geht? Vermitteln wir, dass Sparen und Investieren interessant und relevant, oder nur ein notwendiges Übel sind? Jede Form von Bildung fängt zu Hause an. Kindheitserfahrungen mit eigenem Geld, einem Konto, und Eltern, die in der Lage sind, Finanzfragen fachkundig und möglichst anschaulich zu beantworten, haben vielleicht einen größeren Einfluss auf die Fähigkeit Entscheidungen in Geldangelegenheiten zu treffen, als Schulbildung.

Finanzielle Bildung ist wichtig, denn die Redewendung “Wer nichts weiß, muss alles glauben” ist schon so Manchem zum Verhängnis geworden. Entweder, weil das Ersparte aus Risikoscheu und Unwissen auf dem Sparbuch “versauert” und von der Inflation aufgefressen wird, oder weil der Unkundige auf den Rat falscher Freunde hört und sich zu spekulativen Geschäften verleiten lässt. Es gilt, einen gesunden Mittelweg zwischen übertriebenem Sicherheitsbedürfnis und waghalsiger Geldanlage mit unkalkulierbarem Risiko zu finden.

Der Anteil finanzieller “Analphabeten” spiegelt sich übrigens in der Zahl der Aktionäre wider. Deutschland ist mit einem Aktionärsanteil von nur 6 Prozent das europäische Schlusslicht. Und das in Zeiten, in denen Geld auf dem Sparbuch nicht einmal genügend Zinsen abwirft, um die Bankgebühren zu decken.

Wir von boerse.de sehen uns in der Rolle eines unabhängigen Ratgebers. Wir wollen Finanz-Wissen vermitteln und Ihnen gleichzeitig anhand besonders defensiver, erfolgreicher Aktien, Wege für den langfristigen Vermögensaufbau aufzeigen. Nehmen Sie sich doch am Wochenende mal ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick in den aktuellen boerse.de-Aktienbrief. Unserem Beitrag zur Finanzbildung, von dem Sie als Neueinsteiger und erfahrener Börsianer gleichermaßen profitieren können.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Das-Wort-zum-Wochenende-Finanzbildung-dringend-gesucht-von-Miss-boersede/7748632

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Das Wort zum Wochenende: Finanzbildung, dringend gesucht!

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