Uniper vor den Zahlen: Sorgt der Russland-Deal für neue Energie im Konzern?

Uniper veröffentlicht morgen Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Uniper… wie laufen die Geschäfte der E.ON-Tochter? Ein erster Recherche-Versuch auf der Homepage von uniper.de stiftet Verwirrung: Hinter dieser naheliegenden Domain verbirgt sich ein Versandhändler für naja, sagen wir mal, Erwachsenenspielzeug. Unter uniper.com werde ich dann fündig und erfahre auch, wofür die eigentümliche Namenskreation steht. “Uniper” ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus “unique” (einzigartig) und “Performance”.

Soweit die Theorie, doch die Realität sieht anders aus. Statt einer einzigartigen Performance verzeichnet Uniper beispiellose Verluste: Einbußen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro rissen bereits nach neun Monaten ein tiefes Loch in die Bilanz des Energiekonzerns. Nicht schön, aber eigentlich darf man der E.ON-Abspaltung keine Vorwürfe machen, denn Uniper hat seit seiner “Geburt” am 1.Januar 2016 mit erdrückenden Erblasten zu kämpfen.

Als Reaktion auf die andauernd niedrigen Strompreise, die hohen, finanziellen Belastungen durch die Energiewende und die zunehmende Konkurrenz von Ökostrom-Anbietern beschloss E.ON, das konventionelle Geschäft mit Kohle-, Gas- und Wasserkraft in ein Tochterunternehmen auszugliedern, um sich selbst auf das Ökostrom-Business fokussieren zu können. Ganz nach dem Motto: “Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen”…So klingt die Wachstumsstory, die CEO Klaus Schäfer den Investoren morgen wahrscheinlich schmackhaft machen will, in meinen Ohren wenig überzeugend. Natürlich werden auch zukünftig Kohle und Gas im Energie-Mix gebraucht, um eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten, doch deren Anteil im Netz wird sinken.

Ohne die Abschreibungen auf Kohlekraftwerke und Gasspeicher sieht die finanzielle Bilanz etwas besser aus: Experten rechnen für das Geschäftsjahr 2016 mit einem operativen Ergebnis von 1,9 bis 2,2 Milliarden Euro und einer erhöhten Dividende von 55 Cent auf 63 Cent pro Anteilsschein 2017. Ein nettes “Zuckerl”, das Uniper-Anleger trotz der unsicheren Zukunftsperspektive des Stromerzeugers bei der Stange halten soll.

Über Zukunft gesprochen: Es gibt auch Lichtblicke. Zum einen pokert der Konzern auf steigende Strompreise bedingt durch eine Verknappung “konventioneller” Energien auf dem Großmarkt, zum anderen landete Uniper vor zwei Tagen einen ganz großen Coup. Die E.ON-Tochter verkaufte für rund 1,7 Milliarden Euro ihre Beteiligung an einem russischen Gasfeld an die österreichische OMV und schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Erlöse aus dem Deal verringern die Schuldenlast und Firmenchef Schäfer kommt vorzeitig seinem Versprechen nach, mittels Veräußerungen bis Ende 2017 rund 2 Milliarden Euro in Unipers Kassen spülen zu wollen.

Auch die Börsianer zeigen sich optimistisch. Das Uniper-Papier gewann seit dem Börsendebüt am 12. September 2016 35,5 Prozent an Wert. Eine beachtliche Performance für ein Unternehmen, dessen Zukunft durch allerlei Umfeldfaktoren wie Strompreise, Kosten für die Energiewende, Politik und die Ökostrom-Konkurrenz beeinflusst wird.

Um in den Kreis der boerse.de-Champions-Aktien aufgenommen zu werden, muss Uniper sich seine Sporen erst noch verdienen. Dazu zählt eine mindestens zehnjährige Börsenhistorie, genauso wie ein überdurchschnittliches Chance-Risiko-Profil. Erst dann wird sich zeigen, ob Uniper seinem Hybrid-Namen “Unique Performance” auch wirklich gerecht werden kann. Um sich die Wartezeit zu verkürzen und schon jetzt vom Börsenerfolg langfristig erfolgreicher, wachstumsstarker Unternehmen profitieren zu können, empfehle ich Ihnen einen Blick in den aktuellen boerse.de-Aktienbrief.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Uniper-vor-den-Zahlen-Sorgt-der-Russland-Deal-fuer-neue-Energie-im-Konzern-von-Miss-boersede/7747712

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