Unsere Börsenwoche: Viel Lärm um nichts

„Wie lange geht das noch gut?“ fragen sich viele Anleger. Nach Wochen im Rallye-Modus stand der Dow am Freitag bei über 21.000 Punkten, der Dax bei rund 12.000 Punkten. Alles in Butter, oder? Eigentlich schon, wenn da nicht ein paar Störenfriede unterwegs wären, die den Weltbörsen die Partystimmung verhageln könnten:

Donald Trump
“Könnten”…Der Konjunktiv scheint mir im Fall Trump mehr als angebracht, denn bereits vergangene Woche fürchteten die Börsianer anlässlich Trumps’ Rede vor dem Kongress am Dienstagabend einen Kursrutsch aufgrund panikartiger Gewinnmitnahmen.

Doch was geschah? Trump äußerte sich weder detailliert zur geplanten, “phänomenalen” Steuerreform, noch zum milliardenschweren Infrastrukturprogramm. Seine Versprechung des “süßen Nichts” lässt Anleger weiter träumen, anstatt sie mit konkreten Fakten wie z.B. Grenzsteuern zu konfrontieren, die viele börsennotierte Unternehmen unsanft wachrütteln dürften. “The (Trump) Show must go on”! höre ich die Börsianer förmlich rufen. Investoren lieben Trump´s Zukunftsphantasien vom großartigen Amerika und kaufen Aktien nach dem Prinzip Hoffnung. Ob Mr. T den Renditehunger der Anleger anhaltend befriedigen kann ohne zu “liefern”, bezweifeln jedoch viele.

Janet Yellen
Mit Spannung erwartet wurde die Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen vergangenen Freitag. Mitte März steht der erste Zinsentscheid seit Dezember auf dem Programm, und die Finanzwelt hoffte seit Wochen auf einen eindeutigen Hinweis, ob und wann die “Fed” ihrem Versprechen nachkommt und den US-Leitzins anhebt.

Ein Zitat des Währungsstrategen Sean Callow fasst die Lauerstellung der Börsianer sehr treffend zusammen:

„Es hat nur ungefähr hundert entsprechende Kommentare von den Fed-Leuten gebraucht, aber der Markt hat inzwischen verstanden, dass „ziemlich bald“ weniger als zwei Wochen und „drei Zinserhöhungen in diesem Jahr“ drei Zinserhöhungen in diesem Jahr bedeutet.“

Meistens hält Janet Yellen ihre Ansprachen im Style von Donald Trump: Bloß nicht Farbe bekennen! Doch diesmal rang sich die graue Eminenz zu einer für ihre Verhältnisse eindeutigen Aussage durch, die schon fast einem Zinsgelübde gleichkommt: Eine Anhebung des US-Leitzinses sei unter gewissen Bedingungen „wahrscheinlich angemessen“. Ein Viertel Prozentpunkt dürfte drin sein, was einer Zinsspanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent entspräche.

Die Wall Street reagierte  auf die bevorstehende Zinserhöhung überraschend entspannt und entkräftete mal wieder die alte Finanztheorie, wonach steigende Zinsen sinkende Aktienkurse zur Folge haben. Offensichtlich spekulieren die Börsianer auf eine weiterhin boomende US-Konjunktur und steigende Aktienkurse, statt ihr Geld gegen Mini-Zinsen auf Bankkonten umzuschichten.

Last but not least
Unternehmens-News! Vor lauter politischem und ökonomischem Geplänkel geraten die eigentlichen Stars der Handelsplätze schon fast in Vergessenheit. Dabei ist die Bilanzsaison in Deutschland noch immer in vollem Gange und hat diese Woche ein paar echte Leckerbissen für uns in petto. Jahreszahlen 2016 präsentieren unter anderem:

Im Fokus steht heute auch die Deutsche Bank: Am Wochenende machten Meldungen die Runde, wonach das Geldhaus seine Kapitaldecke mit acht Milliarden Euro für einen zukunftsweisenden Strategieschwenk und die Eingliederung der unverkäuflichen Tochter Postbank aufpolstern will. Die “Rolle rückwärts” des Bankchefs John Cryan, der in der Vergangenheit immer wieder bekräftigte, keine Finanzspritze zur Rettung seiner Bank zu benötigen, wird von den Anlegern mit Misstrauen und einem Kursverlust von über 5 Prozent bestraft.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Viel-Laerm-um-nichts-von-Miss-boersede/7746840

 

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