Börsenwissen zum Wochenende: Was ist eigentlich ein Index?

Wir lieben Messbarkeit und verzweifeln gleichzeitig an der immensen Zahlenflut, die tagtäglich auf uns eindrischt. Mein Laptop erinnert mich stündlich daran, dass sein 512 GB SSD-Speicher zu 77,89 Prozent aufgebraucht ist. Die Fitness-Uhr findet, dass ich in den vergangenen zwölf Stunden zu wenig Treppen bestiegen habe (was als Autor auch schlecht mit meiner sitzenden Tätigkeit vereinbar ist) und die Börse bombardiert uns sowieso ständig mit irgendwelchen Kursdiagrammen, Punkten und prozentualen Schwankungen.

So wichtig sie auch sein mögen, lose Zahlen ohne Vergleichswerte liefern uns nur wenig Einsichten. Wie viele erklommene Treppenstufen sind denn “genug”? Was sagt der BMI-Index über mein Wohlfühlgewicht aus? Kann ich mit der Performance meiner BMW-Aktie eigentlich zufrieden sein? Das alles ist relativ. Um Zahlen greifbar und damit vergleichbar zu machen, haben die Lateiner das Wort “Index” erfunden, das soviel bedeutet wie “Verzeichnis”, “Register” oder “Kennzahl”. Eine konzeptionelle Größe, die sich in der Finanzwelt als “Aktienindex” etabliert hat und die Entwicklung auf dem jeweiligen Teilmarkt repräsentativ dokumentiert. Endlich lässt sich messen, wie sich beispielsweise BMW im Vergleich zum Gesamtmarkt entwickelt und ich weiß, ob meine Aktie im Vergleich zum Branchen-Index “DAXsector Automobile” besser oder schlechter abgeschnitten hat.

Indizes spielen im Wirtschaftsleben allgemein und an den Kapitalmärkten im Besonderen eine sehr wichtige Rolle. Börsen-Indizes sorgen für Klarheit und machen die Entwicklung ganzer Volkswirtschaften auf einem Blick sichtbar. Auch hier gehört der mit den 30 umsatzstärksten deutschen Aktien besetzte Dax zu den bedeutendsten Vertretern neben anderen Leitindizes wie z.B. dem Dow Jones (USA) oder dem Nikkei 225 (Japan). Verbucht der Dax zum Beispiel eine anhaltende Gewinnserie, so lässt sich daraus häufig ein positives Wirtschaftswachstum in Deutschland ableiten. Die wichtigsten, deutschen Unternehmen machen mehr Gewinne, also steigen auch deren Kurse.

Natürlich erhält nicht jedes x-beliebige Unternehmen Zutritt zur elitären Dax-Familie. Für die VIP-Lounge müssen die Aufnahmekandidaten verschiedene Bedingungen erfüllen, wie zum Beispiel die Veröffentlichung ihrer Quartalsberichte alle drei Monate, ein Mindestumsatz oder eine gewisse Marktkapitalisierung. In die großen Indizes wie den Dax schaffen es also in der Regel nur etablierte Unternehmen, die aber natürlich nicht alle gleich viel Wert sind. Damit die Index-Berechnung ein faires Abbild der darin befindlichen Unternehmen darstellt, werden Dax-Werte entsprechend ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung, also dem Anteil ihrer frei handelbarer Aktien, gewichtet. SAP, Siemens, BASF und Bayer zählen demnach zu den Elefanten im deutschen Leitindex, RWE und ProSiebenSat.1 zu den Leichtgewichten.

Die Liste der Finanzbarometer ist schier endlos lang. Neben Länder-Indizes kennen wir z.B. auch Branchen-, Sektoren- oder Strategie-Indizes und eine Vielzahl unterhaltsamer Gradmesser wie den “Cheap-Date-Index” für Lebenshaltungskosten oder den “Big-Mac-Index”, der Währungsschwankungen misst. Der Deutsche Bank Cheap-Date-Index bringt die Kaufkraft einzelner Metropolen in Relation, indem er virtuelle “Warenkörbe” bestehend aus einer Taxifahrt, ein paar McDonalds Burgern mit Cola, zwei Kinokarten und Bier preislich miteinander vergleicht. So ermittelt der Index die durchschnittlichen Kosten für ein “billiges Rendezvous” und ermöglicht uns damit Rückschlüsse auf die realen Lebenshaltungskosten in Großstädten.

Dagegen verfolgt der legendäre “Big-Mac-Index” ein anderes Ziel: Er informiert uns darüber, in welchem Land der Welt wir am meisten für unser Geld bekommen und erspart uns lästige Berechnungen, z.B. hinsichtlich bevorstehender Reisekosten. Indem der “BMI” den Preis für ein Brötchen mit Fleisch, Salat, Gurke, Zwiebel, Schmelzkäse und Big-Mac-Käsesauce in vielen Ländern weltweit in US-Dollar umrechnet und miteinander vergleicht wissen wir, wo der Big Mac am preiswertesten und umgekehrt die Kaufkraft des US-Dollar am höchsten ist. Für die einen ist der Burger-Index eine unterhaltsame Spielerei, für die anderen ein Gradmesser für über- oder unterbewertete Währungen.

Last but not least wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten, mit welchen Indizes besonders hohe Renditen zu erzielen waren. Für unseren einzigartigen, großen Index-Vergleich haben wir die wichtigsten Indizes der Welt nach allen Regeln der Kunst analysiert. Welches der beste Aktien-Index der Welt ist erfahren Sie hier. Bleiben Sie neugierig, es macht sich bezahlt!

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Boersenwissen-zum-Wochenende-Was-ist-eigentlich-ein-Index-von-Miss-boersede/7746451

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