Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Nach seiner beachtlichen Klettertour vergangene Woche bekam unser heimischer Leitindex Dax zu guter Letzt Angst vor der eigenen Courage: Nachdem er am Mittwoch zeitweise die 12.000 Punkte-Markt geknackt hatte, ging es rasant zurück ins Basislager. Donnerstag und Freitag kannte der Deutsche Aktienindex nur eine Richtung: Abwärts bis auf rund 11.800 Punkte. Auf Wochensicht hat das Deutsche Leitbarometer knapp ein halbes Prozent gewonnen. Eine enttäuschende Vorstellung, die angesichts der guten Konjunkturdaten hierzulande schwer nachvollziehbar ist. Unsere Wirtschaft wächst, Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie seit der Wiedervereinigung, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und trotzdem will auf dem Börsenparkett keine rechte Stimmung aufkommen.

Häufig ist es ja so, dass die “good Vibes” an der Wall Street auch den europäischen Aktienkursen Flügel verleiht. Doch auch von dieser, normalerweise hochansteckenden, Euphorie ist derzeit wenig zu spüren. Obwohl der amerikanische Dow Jones Index noch immer im “Trumponomics”-Modus verkehrt und vergangene Woche sein 10. Allzeithoch in Folge markierte, will die Dynamik aus den USA nicht über den Teich schwappen. Vielleicht sind wir einfach ein zu misstrauisches Völkchen, das die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Amerika mit Argusaugen verfolgt und lieber eine abwartende Haltung einnimmt, als sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen? Wie sagen wir doch so schön: “Wer hoch fliegt, kann tief fallen”…

Ehe sich die deutschen Anleger also zu weit aus dem Fenster lehnen, flüchten sie lieber in “sichere Häfen”. Gold erlebte in den vergangenen zwei Monaten, wie so oft in scheinbar unsicheren Zeiten, eine Renaissance und gewann seit Dezember 2016 rund sieben Prozent an Wert. Das ist einerseits aufgrund der turbulenten, politischen, Großwetterlage leicht nachzuvollziehen, widerspricht aber einer alten Börsenweisheit: “Wenn die Zinsen steigen, so fällt der Goldpreis”. Tut er aber nicht. Die Fed (US-Notenbank) erhöhte den Leitzinssatz im Dezember auf 0,5-0,75 Prozent und trotzdem verteuerte sich die Feinunze allein im vergangenen Monat um vier Prozent auf jetzt rund 1.256 US-Dollar. Es könnte also durchaus sein, dass der Goldpreis momentan seinen eigenen Gesetzen folgt und die Theorie, wonach Investoren von Gold und Aktien auf Festgeld “umsatteln”, sobald die Zinsen steigen, nicht mehr aufgeht.

Umso spannender könnte der “Beige Book”-Termin der US-Notenbank am Mittwoch werden. Die Finanzwelt spekuliert darauf, ob der achtmal pro Jahr erscheinenden Konjunkturbericht Hinweise auf eine erneute Zinsanhebung Mitte März liefern könnte. Die Fed hat für 2017 zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die Frage ist nur, ob die Aktienmärkte und das konjunkturelle und politische Umfeld in den USA robust genug sind, um einen Zinserhöhung in den kommenden Wochen zu “verdauen”.

Impulse von Unternehmensseite gibt es in den kommenden Tagen nur wenige. Die Bilanzsaison neigt sich dem Ende zu und lediglich ein paar Nachzügler präsentieren noch Geschäftszahlen. Beispielsweise:

Dienstag: Salzgitter, Hochtief, ElringKlinger, RIB Software
Mittwoch: Zalando, Rheinmetall, Ahold, Klöckner & Co., Best Buy
Donnerstag: Anheuser-Bush, Evonik, Deutsche Telekom, Continental, Autodesk, Abercrombie & Fitch

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich von der aktuell recht turbulenten Lage auf den Finanzmärkten nicht aus der Ruhe bringen. Wie die Vergangenheit beweist, sind Dow und Dax äußerst robuste Gesellen, die sich von einem leichten “Schnupfen” schnell wieder erholen. Langfristig sind Aktien als Mittel für den Vermögensaufbau unentbehrlich und zudem risikoärmer, als manche vermuten. Eine durchschnittliche Rendite von 9 Prozent pro Jahr, wie sie Dax und Dow Jones erwirtschaften, beweist, dass Aktien alles andere als “spekulativ” sind. Wie immer kommt es auch hier auf die richtige Mischung an. Für den boerse.de-Champions-Defensiv-Index(BCDI) wurden  zehn besonders defensive Titel herausgefiltert, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen. Dadurch besteht für den BCDI eine langfristige Gewinnperspektive von 10+x%. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick auf den boerse.de-Champions-Defensiv-Index, mit dem auch Sie beruhigt in die neue Woche starten können.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Hoehenangst-von-Miss-boersede/7744751

 

Advertisements
Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s