Die Aktie des Tages: Henkel

Morgen um 07:30 Uhr präsentiert ein Urgestein der deutschen Konsumgüterindustrie seine Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2016: Henkel. Kaum ein anderes Unternehmen hat so viele Kultmarken hervorgebracht, wie der seit über 140 Jahren bestehende Konzern aus Düsseldorf. Persil, Pril, Schauma, Schwarzkopf, Pritt oder Pattex reinigen, pflegen und kleben schon seit Generationen. Im Fachjargon heißen die drei Geschäftsfelder: Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) und Adhesive Technologies (Klebstoffe).
Mit rund 50.000 Mitarbeitern und rund 18 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 ist Henkel sowas wie der Elefant im Gemischtwarenladen: Deutschlands größter Konsumgüterhersteller genießt den Ruf, stets “unaufgeregte”, aber solide Zahlen zu liefern. Experten rechnen im Schnitt auch diesmal mit einem gemächlichen Umsatzzuwachs für das Gesamtjahr von 3,5 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro und einer bereinigten operative Marge von 16,9 Prozent im Vergleich zu 15,3 Prozent im Vorjahr. Das Klebstoff-Segment, in dem Henkel Weltmarktführer ist, erweist sich als Umsatztreiber, die Sparte Wasch- und Reinigungsmittel verzeichnet das stärkste Wachstum.

Mit diesem Mix aus konjunkturabhängigen Produkten wie Klebstoffen, die unter anderem in der Automobilindustrie verwendet werden, und “unentbehrlichen”, krisenresistenten Verbrauchsgütern wie Waschmittel, ist Henkel sauber aufgestellt und weitgehend immun gegen wirtschaftliche Turbulenzen. Henkels Wachstumsstrategie wird auch von den Anlegern belohnt: Mit einer Kursrendite von durchschnittlich 12 Prozent pro Jahr seit 2007 hat sich Henkel den Titel boerse.de-Aktienbrief-Champion verdient.

“Konstanz” und ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent pro Jahr klingt vielleicht unspannend, entspricht aber genau der Zielsetzung, die Henkel in einem Strategiepapier mit dem Namen “Henkel 2020+” angepeilt hat. Mit dem Ausbau seiner “Goldesel-Marken”, einer neuen Digitalisierungsstrategie und wohlüberlegten Zukäufen steuern die Düsseldorfer glänzend ins kommende Jahrzehnt. Um das Wachstumssegment Wasch- und Reinigungsmittel zu stärken, übernahm Henkel 2016 für 3 Milliarden Euro den amerikanischen Hersteller Sun Products. Ein Zukauf, mit dem die Düsseldorfer ihre Position auf dem wichtigen US-Markt stärken und näher an den Platzhirsch Procter & Gamble heranrücken wollen. Doch damit nicht genug: Vor zwei Wochen machten Gerüchte die Runde, wonach Henkel an der Reinigungs-Sparte des US-Unternehmens Sealed Air interessiert ist– ein weiteres 3 Milliarden Dollar Investment in den amerikanischen Markt.

Man sollte den Konsumgüterhersteller also auf keinen Fall unterschätzen, denn stille Wasser sind bekanntermaßen tief. Den Stempel “Langweiler!” verstehe ich im Fall von Henkel deshalb schon fast als Kompliment und Beweis dafür, dass die Geschäfte des Champions seit Generationen mit Bedachtsamkeit und Umsicht geführt werden. Die Bilanz-Präsentation des E-Auto-Pioniers Tesla heute Abend wird zwar mit mehr Spannung erwartet, als die des braven Persil-Herstellers, doch die Elektroautoschmiede dürfte trotz wachsender Umsätze mal wieder in die Verlustzone gerutscht sein. Dann handle ich doch lieber nach dem Motto: Persil- da weiß man, was man hat!

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Die-Aktie-des-Tages-Henkel-von-Miss-boersede/7743455

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