Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

maxresdefault-1Das große Streichen hat begonnen. Erst setzte die Pleitegeier-Airline Air Berlin bei ihren Mitarbeitern den Rotstift an, dann griff Konkurrent Lufthansa zum Pinsel und übermalte die Heckflossen dreier Air Berlin-Jets mit Eurowings-Farben. Was geht?

Die Luft über den Wolken wird immer dünner. Zu viele Billig-Airlines drängen in den Luftraum etablierter (sprich: teurer) Gesellschaften wie unserer Lufthansa und machen mit Dumping-Ticketpreisen Jagd auf deren Passagiere. Der Kampf der Giganten gegen die Newbies führt dazu, dass Airlines mit Stellenstreichungen, Lohnkürzungen und Fusionen versuchen, ihren Platz am Gate zu verteidigen.

Lufthansa geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter und greift seinem Erzrivalen Air Berlin unter die Flügel. Die Kranich-Airline lässt das letzte Fünkchen Selbstachtung auf der Strecke und rettet den angeschlagenen Konkurrenten vor der Insolvenz, indem sie Flugzeuge von Air Berlin mietet oder kauft. Das bedeutet: Frische Kohle auf dem Konto der Berliner und zusätzlich noch nette “Einsparungseffekte” in den Bereichen Personal, Wartung und Bordverpflegung. Strange, oder? Sollte sich die LH nicht darüber freuen, dass ein Rivale die Flügel hängen lässt?

Nope. Denn die Fressfeinde Ryanair und Easyjet liegen schon auf der Lauer. Sobald Air Berlin vom Himmel trudelt, wittern die Billigflieger ihre Chance auf neue Strecken und mehr Marktanteile und könnten in die Lücke springen. Das will Lufthansa, die mit Eurowings selbst auf den Markt der Lowcost-Airlines drängt, mit allen Mitteln verhindern.

Eine Übernahme von Air Berlin war wettbewerbstechnisch irgendwie schwierig und so rief die LH den Plan-B aus: Flugzeuge und Besatzung leasen bzw. kaufen, umlackieren und unter dem Namen Eurowings für sich fliegen lassen. Bisschen kompliziert, aber total legal.

Die kostspielige Vorbereitung auf den FallX will den Anlegern heute nicht so recht schmecken. Sie schicken das LH-Papier mit Minus 0,45 Prozent in die roten Zahlen. Ach komm, seid doch mal optimistisch! Vielleicht gibts auf der Strecke München- Hamburg statt nem Butterbrot schon bald ein leckeres Falafel-Sandwich des Air Berlin-Eigentümers Etihad Airways?

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