Hat H&M den Trend verpennt?

d2c4991df2c5f923cda74ea1383214bdZerwühlte Tische, schwitzende Kunden, die sich auf der Suche nach der letzten, gefütterten Bomberjacke in Größe M gegenseitig die Ellenbogen in die Rippen rammen. Das ist der Stoff, aus dem die Träume von H&M- Boss Karl-Johan Persson gestrickt sind.

Trockene Träume, denn vom einstigen Glanz des schwedischen Fashion-Imperiums ist wenig geblieben. Hennes veröffentlicht Dienstag vor Börsenstart seine Jahreszahlen und Insider ahnen nichts Gutes. In den letzten 12 Monaten gelang es Hasi & Mausi nur einmal, seine Vorjahreszahlen zu toppen- das Wachstum des einstigen Fast-Fashion-Pioniers stagniert und könnte morgen für lange Anleger-Gesichter sorgen.

Wie kommts? Hier sind die Fakten:

Blame it on the weatherman

Ausreden! Darin ist H&M ne ganz große Nummer. Okay, okay, die Entschuldigung mit dem “zu kalten Sommer”, in dem weniger Bikinis als sonst verkauft wurden, lasse ich gerne einmal gelten. Aber nicht jahrelang. Im November 2015 das „milde Wetter in Nordamerika und vielen Ländern in Europa“, im April 2016 der „kalte Frühling bis in den April“ und im September war ein „nicht der Jahreszeit entsprechendes warmes Wetter“ schuld.

Wollen uns die Schweden echt weiß machen, dass sie auf fünf Kontinenten mit dem gleichen, verflixten Klima zu kämpfen haben? Dass der Sommer in Australien viel zu kalt und der Winter in Ägypten zu kurz war? Darauf fallen wir nicht rein und schon gar nicht, wenn die Konkurrenz den Faktor “Wetter” ganz gut im Griff hat.

Schneller, hipper, billiger

Wettbewerb. Guter Punkt. Während die Anwesenheit einer H&M – Filiale in den 90er Jahren noch über den Coolness-Faktor einer Stadt entschied, drängen heute hippe Billigketten wie Zara, Primark und Forever 21 ins Zentrum. Die Fashion-Lieblinge 2017 produzieren billiger und schneller als die Schweden und geben uns (Frauen) das, was H&M nicht mehr drauf hat: Den ultimativen Shopping-Kick.

World Wide Web

Ein Trend, den Hennes eindeutig verschlafen hat. Anstatt mich durch die Münchener Innenstadt zu boxen, klicke ich mir meinen Shoppingbag lieber auf der Couch zusammen – stressfreier und oft auch günstiger als ein Trip in die City, der mich neben Parkgebühren auch noch einen Besuch bei meinem Lieblings-Sushidealer kostet. H&M hat sich viel zu lange darauf konzentriert, neue Filialen aus dem Boden zu stampfen und Trends wie “Lieferung am nächsten Tag” oder “Click & Collect” verpennt.

Die Aktie sorgt für ebenso wenig Besitzerstolz wie die 3- für- 2 Lieblingssocken. Innerhalb der letzten drei Jahre verlor das Ding 20 Prozent an Wert und wir fragen uns: Ist H&M reif für den Ramschtisch? Happy Trading!

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