Thyssenkrupp: Kommt der Stahlriese aus der Krise?

rioMorgenfrüh um 7:00 Uhr haben wir ein Date a la Jurassic Park. Dann präsentiert Thyssenkrupp, der Dino unter den DAX-Unternehmen, seine Jahreszahlen. Thyssen (Krupp kam erst später hinzu) kocht seit über 120 Jahren Stahl im Pott, baut gigantische Industrieanlagen, Aufzüge und U-Boote und produziert Stahl, das in Autos, Stabmixern, oder Flugzeugen verbaut wird.

Vom Aussterben bedroht?

Wer dachte, dass die Ära der Scharfzähne und Langhälse abgelaufen ist, der hat sich getäuscht. Vor rund einem Jahr glaubten viele, dass in den Stollen bald das Licht ausgeht. Die weltweit sinkende Stahl-Nachfrage und Billigimporte aus China vermiesten unseren Kumpels das Business, die Rohstoffpreise fielen und viele Stahlgräber sorgten sich um ihren Job unter Tage.

Totgesagte leben länger

Doch dann, Ende März, kam die Wende: Amerika und die EU beschlossen, Importzölle auf Stahl Made in China zu erheben und erreichten damit, dass weniger Billigstahl über den Teich schwappten. Der Stahlpreis stieg wieder und Thyssenkrupp gab Volldampf. Und da haben wir sie mal wieder: Die verpasste Chance.

Ich habs verbummelt, aber es gibt sicher einige smarte BUXianer unter euch, die das Stahl-Papier im März für 13 Euro gekauft und jetzt für knapp 22 Euro verticken können. Die Spätzünder, mich eingeschlossen, wollen natürlich wissen, ob sich ein Thyssen-Trade jetzt auch noch lohnt?

Die Zukunft ist stahl-grau

Obwohl der Dino scheinbar die Kurve gekratzt hat und der Stahlpreis gemächlich steigt, sehen Experten doch einige düstere Wolken am Horizont. Rohstoffpreise schwanken traditionell wie ein Kuhschwanz und erschweren den Industriekonzernen eine verlässliche Prognose. Um in Zukunft stabiler dazustehen, denkt Thyssen über eine Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata nach und plant gleichzeitig, verlustreiche Werke zu schließen.

Die Investoren interessieren morgen vor allem Thyssens Zukunftspläne. Dass der Stahlpreis momentan leicht steigt ist ja schön und gut, aber wie macht sich der Dino stark fürs nächste Jahrhundert? Experten rechnen damit, dass das Management morgen einen Gewinnrückgang von rund 10 Prozent verkünden wird. Nicht schön, so ein dickes Minus, aber auch keine besondere Überraschung, weil Thyssen die Bilanz-Lücke schon vorausgesagt hatte.

Der Riese hat ne Krise. Keine existenzielle, aber spannend wird schon, ob und wie der Stahl-Dino die nächste Eiszeit überleben wird. Happy Trading!

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