Schmierig! Das Geschäft mit dem Öl

surfrider_calendar5Aus irgendeinem unerfindlichen Grund habe ich heute Morgen über das Thema Weltmacht nachgedacht und dabei fiel mir auf, dass die meisten mächtigen Dinge oder Menschen ziemlich unsexy und manchmal sogar gefährlich sind. Politiker, Banken, Terroristen, Michael Jackson und.. Öl! Der Schmierstoff stinkt, verklebt die Federn unschuldiger Wasservögel, kostet ne Stange Geld und ist für mich nur in Form von Sonnenschutz-Kokosöl zumutbar.

Dennoch: kaum eine andere Substanz schafft es, den Weltfrieden in Gefahr zu bringen, ganze Wirtschaftsnationen zu traumatisieren und die Aktienkurse in Atem zu halten. Wir alle hänge am Öl-Tropf, weil ohne den Stoff keine Fabrik raucht, kein Auto fährt und die Heizung kalt bleibt. Unsere Abhängigkeit machen sich die großen Öl-Mächte wie die USA, Saudi-Arabien oder Russland zu Nutze, um Rohstoff-Poker im ganz großen Stil zu spielen. Wer produziert, dominiert. Deshalb ist der Ölpreis auch weitgehend abhängig von den Beschlüssen der sogenannten Opec-Länder (Organisation Erdölexportierender Länder), die sich heute im schönen Wien treffen.

Der Ölpreis schwappte in den letzten Monaten von abgrundtief bis himmelhoch jauchzend. Mussten im Juni 2014 noch mehr als 110 Dollar für ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent gezahlt werden, so waren es im Februar 2016 für kurze Zeit weniger als 30 Dollar. Momentan hat sich der Preis pro Barrel auf ungefähr 50 Dollar eingependelt und liegt damit wieder auf einem Niveau, bei dem sich die Pumperei auf für weniger reiche Staaten mit hohen Förderkosten, wie beispielsweise Nigeria, wieder lohnt.

Alles in Butter? Nee! Denn sowohl der Preisverfall, als auch der letzte Preisanstieg haben leicht perverse Gründe. 2014 bauten die USA  ihr umstrittenes “Fracking” (Herauspressen von Rohöl aus unterirdischen Gesteinsschichten) aus und sorgten mit der sprunghaft erhöhten Fördermenge für eine Art Öl-Tsunami. Damals wäre es Opec’s Job gewesen, der Pumperei durch die Einführung eines Förderlimits den Hahn abzudrehen, um einen weltweiten Preisverfall aufgrund des Überangebots zu verhindern. Doch die superreiche Öl-Nation Saudi-Arabien machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Im Gegensatz zu armen Ländern mit hohen Förderkosten, wie beispielsweise Nigeria, verdient Saudi-Arabien auch noch bei Preisen von rund 20 Dollar pro Fass ganz gut Geld. Und über ein finanzielles Ruhepolster verfügen die Scheiche ja auch noch. Deshalb verfolgen die Saudis den Plan, die Welt auch weiterhin mit Öl zu Dumpingpreisen zu fluten, um kleinere Exportländer, für die sich die Pumperei nicht mehr lohnt, aus dem Markt zu drücken.

Fiese Sache, funktioniert aber. Der Grund für den derzeit recht hohen Ölpreis liegt deshalb auch nicht am Wohlverhalten der Opec, sondern an Waldbränden in Kanada und politischen Unruhen in Afrika. Von Einsicht also keine Spur. Und so wird vermutlich auch das heutige Meeting in Wien beschlusslos zu Ende gehen. Aber nett, sich mal wieder getroffen zu haben. Shake Hands. Und Tschüss.

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