Alles entspannt im Hause Merck?

il_fullxfull.896042733_gtmlParallel zu Henkel gibt es morgen noch einen Frühaufsteher, der bereits um 7:00 Uhr seine Zahlen fürs erste Quartal 2016 serviert: Merck. Das älteste pharmazeutisch-chemische Familien-Unternehmen der Welt steht – im Gegensatz zu den meisten seiner Konkurrenten- noch immer auf zwei Beinen (Pharma und Chemie) und kommt damit ganz gut voran.

Schon im letzten Jahr lieferte das Unternehmen gesunde Zahlen und überraschte sogar die Analysten mit einem Umsatz-Plus von 13 Prozent. Die große Frage ist, ob die Darmstädter jetzt für eine Fortsetzung ihre Erfolgsstory sorgen können. Die meisten Analysten sind ziemlich euphorisch, wenn der Name Merck fällt. Zwar konnte der Konzern in letzter Zeit kaum aus eigener Kraft wachsen, aber das war auch nicht nötig. “Zukäufe” war das Zauberwort, das bei Merck für leere Kassen aber auch höhere Umsätze sorgte. Die 17 Milliarden Dollar, die Merck für den US-Laborausrüster Sigma hinblätterte, waren nicht gerade ein Schnäppchenpreis, machen sich aber scheinbar schon jetzt bezahlt.

Die Übernahme des amerikanischen Laborausrüsters soll bei Merck bis 2018 für Einsparungen in Höhe von 230 Millionen Euro sorgen. “Synergieeffekt” nennen die Wirtschaftswissenschaftler und BWL-Studenten das und meinen damit, dass zwei Firmen gemeinsam oft für weniger Geld mehr erreichen können, als jede für sich allein. Zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Produkte, die ne Menge Zeit und Geld verschlingt.

Momentan ruhen viele Hoffnungen von Patienten aber auch Investoren auf der Zulassung des zusammen mit Pfizer entwickelten  Anti-Tumor-Medikamentes “Avelumab”, das ab 2017 für frische Umsätze sorgen könnte. Während das langwierige, riskante und teure Medikamenten-Geschäft eher schleppend vorangeht, haben Experten große Erwartungen an einen Geschäftsbereich mit dem vagen Namen “Performance Materials”. Was viele nicht wissen: Merck ist ne ganz große Nummer in der Entwicklung von Pigmenten und Flüssigkristallen, die zum Beispiel Lippenstifte verführerisch zum Glänzen bringen, oder Autolacken den letzten Schliff verleihen.

Experten rechnen damit, dass das Geschäft mit dem flüssigen Glimmerzeug im ersten Quartal für brillante Umsätze gesorgt hat. 15 Prozent mehr sollen in der Bilanz stehen und die Augen der Aktionäre erstrahlen lassen. Voraussichtlich gibts morgen Früh also keine bitteren Pillen zu schlucken. Bis auf einen Spritzer Nasivin gegen meinen Heuschnupfen. Happy Trading!

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