Zalando: Umsatzlust versus Gewinnfrust

article-2356781-1AAD0291000005DC-633_634x634Wer beim Namen Zalando nur an Schuh-Shopping denkt, hat wahrscheinlich ein paar Jahre E-Commerce-Diät hinter sich. Der Berliner Versandhändler startete zwar 2008 als Online-Schuhverkäufer, beglückt seine stets wachsende Fangemeinde mittlerweile aber auch mit Mode, Eigenmarken, Apps und Outlets. Innerhalb von acht Jahren mauserte sich das Unternehmen von einem Nobody zum größten Online-Modehändler in Europa mit einem Jahresumsatz von knapp drei Milliarden Euro. Wenn das Wachstum weiter anhält, wird aus Zalando in sechs Jahren ein Zehn-Milliarden-Euro-Konzern.

Um immer mehr Fashion-Addicts an sich zu binden, konzentriert sich Zalando darauf, ein einzigartiges Shoppingerlebnis zu schaffen. Eine Art virtuelle Einkaufsmeile, in der Kunden verführt, in Shops gelockt und beraten werden. Zalando versteht sich mittlerweile als Plattform, die Modemarken virtuelle “Stores” zur Verfügung stellt, die diese dann nach eigenem Geschmack designen können. Die Anzahl der Markenshops, die für Zalando die Kasse klingeln lassen sollen, ist in einem Jahr von 100 auf 1500 gestiegen und von Adidas bis Zimtstern ist so ziemlich das gesamte Who-is-Who der Modebranche vertreten.

Wieviel diese Fashion-Partnerschaften zu Zalando’s Umsatz beisteuern bleibt zwar geheim, aber es gilt als sicher, dass die Berliner in den ersten 3 Monaten diesen Jahres trotz schlappem Oster-Geschäft und kaltem Frühling ein Umsatzplus von 22,5 bis 24,5 Prozent (788 bis 801 Millionen Euro) verbuchen konnte. Genaue Zahlen erfahren wir morgen Früh vor Börsenstart, wenn die Versandhändler ihre Bilanz vorlegen. Einen kleinen Preview gabs schon vor knapp vier Wochen, als Zalando seine vorläufigen Zahlen präsentierte und die Aktie dank sinkender Gewinne an einem Tag rund 5 Prozent an Wert verlor.

Umsatzwachstum ist ne feine Sache, aber die ganzen Investitionen in neue Apps, Marketing und Logistik kosten Zalando dieses Jahr voraussichtlich rund 200 Millionen Euro und lassen den Gewinn unterm Strich schrumpfen. Den umsatzgeilen Vorstand juckt’s wenig. Hauptsache Wachstum, lautet die Devise. Ob Aktionäre für diese Vision morgen den Geldbeutel zücken? Happy Shopping!

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