RWE zappelt im Netz

5366d-shockMein Start in den Tag sah ungefähr so aus: Espressomaschine anwerfen, Zähne polieren, bisschen Radio Energy dazu und los! Das ganze Programm wäre ohne den Saft aus der Steckdose ein ganzes Stück unfreundlicher geworden. Doch woher der Strom in unserem Mehrfamilienhaus eigentlich kommt, kann ich peinlicher weise nicht mit letzter Gewissheit sagen. Wahrscheinlich von E.ON oder RWE, Deutschlands größten Energieversorgern, die trotz ungebremstem Stromhunger der Bevölkerung und Unternehmen ganz schön zu knabbern haben.

RWE legt morgen vor Börsenstart seine Bilanz von Januar bis März vor und ich kann euch sagen: das wird kein Zuckerschlecken, denn der Stromfabrikant verliert kräftig an Power und rechnet für das laufende Jahr mit einem Ergebnisschwund von 7,1 Milliarden (2015) auf nunmehr 6,1-6,4 Milliarden Euro. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Energiewende und die Konkurrenz durch Ökostrom-Produzenten.

Schauen wir uns die beiden Übeltäter doch mal näher an.

* Energiewende

Der erzwungene- und durchaus positive- Umstieg von schmutziger Atom-, Gas-, und Öl-Energie auf umweltfreundliche Wind-, Wasser-, und Sonnenenergie ist ne saubere Sache. Dumm nur, dass das ganze Projekt zig Milliarden Euro kosten wird. Zum einen für den Abbau der Atommeiler, zum anderen für die Lagerung und Entsorgung des verstrahlten Mülls. Der Staat will den vier deutschen Energieversorgern immerhin etwas entgegenkommen und bot ihnen an, sich für den Pauschal-Schnäppchenpreis von 23 Milliarden Euro von allen Entsorgungskosten freizukaufen. Bleiben noch ein paar Mille für den Abbau der Atombunker, aber gut, so schlecht ist das Angebot nicht und die Konzerne denken momentan über einen Handschlag nach.

* Ökostrom

Ein Fun-Fact der eigentlich schon alles sagt: Am Muttertag floss so viel Ökostrom wie noch nie ins Netz: Knapp 88 Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs wurde am Sonntag mit Energie aus Sonne und Wind gedeckt. Das hat zur Folge, dass RWE und andere Schmutz-Strom Produzenten auch noch draufzahlen müssen, um ihren Saft überhaupt in die Netze zu bekommen. Die Konkurrenz der billigen und auch noch umweltfreundlichen Hippistrom-Anbieter ist natürlich killing für konventionelle Kraftwerke.

RWE ist viel zu spät auf die Sauberstrom-Welle aufgesprungen und beschloss erste Ende 2015 die Aufspaltung des Konzerns in eine “schöne” Ökostrom-Tochter mit dem Namen NewCo und den Mutterkonzern RWE, der sich auch weiterhin mit dem konventionellen Schmutzstrom-Business rumschlagen darf. Wann genau das neue Baby für RWE an die Börse geht, um frisches Geld einzusammeln und ob die grüne Tochter überhaupt eine Chance gegen die schon bestehende Konkurrenz hat, bleibt abzuwarten.

RWE ist eine ziemlich riskante Nummer wenn ihr mich fragt. Aber wer auf Hochspannung steht, sollte jetzt schonmal seinen Trade klarmachen!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/rwe-zappelt-im-netz/

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