K+S: Wie tragfähig ist das Salzgeschäft?

maxresdefaultWas tun, wenn die Gegenwart eher trist und grau aussieht? Genau, durch eine möglichst rosarote Brille in die Zukunft blicken. Das wird sich auch K+S Konzernchef Norbert Steiner denken, der morgen vor Börsenstart die Quartalszahlen des Salz – und Düngemittelproduzenten präsentieren darf. K+S hatte ein bescheidenes Jahr hinter sich und muss seine Aktionäre morgen davon überzeugen, dass das Unternehmen noch Perspektive hat.

Für die BUXers unter euch, die so wie euer Autor keinen Schimmer von der globalen Entwicklung des Kali- und Salzmarktes haben, hier ein paar Hintergrundinfos zum Mitquatschen. Der phantasievolle Firmenname K+S steht für “Kali und Salz”. Das Kasseler Unternehmen ist das weltgrößte Salzfass und auch eine bedeutende Nummer im Düngemittel-Business auf Kali-Basis. Salze werden natürlich vor allem in Lebensmitteln verarbeitet, landen aber im Winter auch kiloweise als Streusalz auf der Straße. Und genau da liegt schon der erste Hund begraben. Die Winter werden immer wärmer. Sogar hier in den bayerischen Voralpen gibts nur noch wenige Wochen im Jahr, an denen unser hübscher Autolack unter einer weißen Salzschicht verschwindet.

Trotz der aktuellen Absatzprobleme  will das Management an der Salzsäule festhalten und das Business sogar weiter ausbauen. Auf einem Bein kann man schließlich nicht stehen und ein “K” ohne “S” sieht auch irgendwie armselig aus.

Fröhlich weiter zu Baustelle Nummer zwei, dem Düngemittel-Geschäft. Auch hier stinkts gewaltig. Großkunden wie Brasilien oder Indien sind auf Sparkurs und zwingen K+S und die gesamte Branche zu niedrigeren Preisen für den Dünger-Grundstoff Kali. Das knabbert an den Gewinnen.

Ihr dachtet, das wars schon? Weit gefehlt. Neben der akuten Bedrohung all seiner Geschäftsbereiche hat sich K+S auch noch kräftig Ärger mit der Staatsanwaltschaft und Umweltschützern, da der Konzern jahrelang Schmutzwasser in die Flüsse Werra und Weser gepumpt haben soll. Die Zeiten der kostengünstigen Abwasser-Entsorgung sind jetzt aber vorbei und K+S drohen neben Strafzahlungen auch noch Kosten für eine neue, umweltfreundliche Pipeline.

So überrascht es uns auch wenig, dass die Kassler für erste Quartal mit gesalzenen Verlusten rechnen. Der Umsatz dürfte “moderat” sinken, aber das Management blickt trotz aller Negativ-News vertrauensvoll in die Zukunft und hält an seinen Zielen bis 2020 fest. An milden Wintern und finanzschwachen Kunden kann K+S natürlich nichts ändern und geht deshalb auf Sparkurs. In Kanada soll Ende des Jahres eine neue Kali-Mine eröffnet werden, in der Dünger zu Dumpingpreises ausgebuddelt wird.

Ob K+S mit dieser Message bei seinen Aktionären punkten kann? Wenn nicht, so könnte es den Kasslern morgen ordentlich die Suppe versalzen.

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/ks-wie-tragfaehig-ist-das-salz-geschaeft/

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