Ist bei der Deutschen Bank noch was zu retten?

holy-shit-framedWenn ich etwas nicht kann, dann ist das: Warten. Auf den Bus im Regen, auf das Geld aufm Konto, auf den notorisch-zuspätkommenden Buddy. Sogar Vorfreude finde ich scheiße. So ähnlich geht es wohl auch den Profi-Spekulanten an den Weltbörsen, die heute die Stunden bis 20:00 Uhr zählen. Sie warten nicht auf die Tagesschau, auch nicht auf den Champions League Halbfinalen-Knaller, sondern auf Janet. Janet Yellen, das Bondgirl unter den Notenbankern, entscheidet heute Abend über den Finanz-Frieden. Ihre Geheimwaffe sind die Zinsen. Schraubt Janet den Zinssatz nach oben, so dürften die Aktienmärkte in eine Art Schreckstarre verfallen. Denn hohe Zinsen sind absolut killing für Kursgewinne. Eigentlich logisch, denn wenn “sichere” Geldanlagen wie Sparbücher wieder Rendite abwerfen, stürzen sich weniger Anleger auf Firmenanteile.

Doch eigentlich könnten sich die Börsianer mit einem entspannten “Ommm” und einem kühlen Blonden vors Halbfinale setzen, denn von Mrs. Yellen können wir keine Action erwarten. Der US-Zinssatz bleibt wohl bis mindestens Juni bei 0,25-0,50 Prozent hängen. Blöde Sache, besonders für die großen Geldhäuser dieser Welt, die ihre Moneten praktisch zum Nulltarif an Kunden verleihen müssen.

Eine Bank, dies besonders hart erwischt hat, ist unsere Deutsche Bank. Eigentlich könnte man doch annehmen, dass die DB alle Hände voll zu tun hat, um in Zeiten der Gefriertruhen-Zinsen noch mit irgendwas Geld zu verdienen. Doch anstatt sich kollektiv die Nase zu reiben und einen Plan B auszuhecken, reiten sich die Bankfurter immer tiefer in die Sch****. Seit 2008 wurden Kunden betrogen, Märkte manipuliert, Ramschhypotheken verscherbelt und russische Rubel gewaschen. Die DB ist in mehr als 7000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt und muss für Gerichtskosten und mögliche Strafzahlungen Milliardensummen aus dem ohnehin löchrigen Sparstrumpf zaubern.

Morgen Punkt 7.00 Uhr ziehen die Banker Bilanz fürs erste Quartal 2016 und könnten noch für eine positive Überraschung sorgen, denn alle Gewinnwarnungen und Verlustmeldungen hat Deutsche Bank Chef John Cryan ja schon in den letzten Wochen abgearbeitet. Dass das Geldhaus im ersten Quartal weder mit Festzins-Produkten noch mit Aktien irgendwie Gewinne einfahren konnte, gilt als sicher. Über die Höhe der Verluste sind die Analysten allerdings geteilter Meinung. Das liegt daran, weil die Kosten für laufende Streitereien nur schwer abschätzbar sind. Gemittelt rechnen die Bankexperten mit einem Verlust von 97 Millionen Euro. Ziemlich krasser Abstieg von den 544 Millionen Euro Gewinn im letzten Jahr…

Wenn die Gegenwart eher grau und depri ist, dann trösten wir uns doch gerne mal mit einem Blick in die Zukunft. So auch Co-Bankchef Jürgen Fitschen, der -selbst gerade von Betrugsvorwürfen freigesprochen- ein Ende der Prozessflut in den nächsten Monaten voraussieht.

Ich bin gespannt, ob die Vorstände morgen noch mehr Baldrian für geschundene Aktionärsnerven im Gepäck haben. Wer von euch BUXern traut sich ran an die Aktie mit Nervenkitzel-Garantie?

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