RWE geht langsam der Saft aus

duracell-haseIn den Teenagerjahren meiner Großmutter gabs täglich ein Löffelchen Lebertran zum Frühstück. Würgereflex hin oder her- das Öl galt als Superfood seiner Zeit. Heutzutage quälen wir uns lieber mit Chia und Matcha im Smoothie und die Börsianer schießen sich derzeit total mit WTI, oder Brent ab. Das sind keine Energizer, sondern zwei Ölsorten, deren Preise sich gestern um rund 4 Prozent verteuerten und den ganzen Aktienmarkt in total unmotivierte Euphorie stürzte.

Für diesen Zustand war eine Pressemeldung verantwortlich, nach der Russland angeblich mit Saudi-Arabien über eine Beschränkung der Ölfördermenge plaudert. Und das noch vor dem offiziellen Treffen der Öl-Mächte am 17.April! Kommenden Sonntag steht der Programmpunkt “Pumplimit” ganz oben auf der Tagesordnung der Opec-Länder, um endlich die weltweite Ölschwemme in den Griff zu bekommen und der maßlosen Pumperei einen Riegel vorzuschieben. Gelingen die Verhandlungen, so würde das ein schrumpfendes Öl-Angebot und wiederum steigende Preise zur Folge haben.

Die Message kommt für RWE leider ein bisschen spät. Der Energieriese, der unter den an den Ölpreis gekoppelten, niedrigen Strompreisen und den Folgen des Atomausstiegs zu leiden hat, teilte gestern Abend nach Börsenschluss dem “Handelsblatt” mit, dass er seinen Sparkurs noch verschärfen muss. Der Stromerzeuger befindet sich momentan in einer fast aussichtslosen Situation. Einerseits drängen immer mehr Ökostrom-Fritzen mit Billigenergie in die Netze, andererseits kostet der geforderte Atomausstieg so viel Kohle, dass sich Konzernchef Peter Terium langsam vergebens die Nase reibt. Dass der Energieveteran sich gesundschrumpfen muss, ist logisch. Erst standen bis 2018 2 Milliarden im Sparplan, daraus wurden im März plötzlich 2,5 Milliarden und jetzt? Über die genaue Höhe der Sparsumme hüllt sich das Management noch in Schweigen, aber gute Neuigkeiten für die Belegschaft und Aktionäre sehen anders aus.

Die geplante Spaltung des Konzerns in RWE (“alte”, schmutzige, Energie) und NewCo (“neue” Öko-Energie) soll Geld in die leeren Kassen spülen, indem NewCo das sinkende Schiff RWE durch die Flaute schleppt. Nur wie lange diese dauert und ob NewCo nicht unterwegs der Saft ausgeht, ist mehr als fraglich.

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