SAP überrascht und enttäuscht

saHeimlich still und leise hat unser nationale IT-Held, die Legende aus dem baden-württembergischen Wallstreet-Walldorf und Halbgott aller Buchhalter seine vorläufigen Zahlen fürs erste Quartal präsentiert: SAP. In der Nacht zum Samstag, als die Mehrheit von uns BUXern gerade noch die Anzahl geleerter Bierflaschen aufm Radar hatte, enttäuschte der Konzern die Erwartungen der Experten und wurde dafür heute Morgen vor Börsenstart bereits als Looser des Tages gehandelt.

Doch eigentlich gibt es wenig Grund zur Panik. SAP machte mehr Gewinn als im Vorjahr, besiegte US-Feind Oracle im Kampf um die Marktführerschaft und die Geschäfte mit Miet-Software in der “Cloud” wuchsen um fette 33 Prozent. Weshalb die Aktie dennoch mit derzeit Minus 2,4 Prozent auf Tauchkurs geht, ist vor allem enttäuschten Analysten zu danken. Diese hatten 4,8 Milliarden Euro Umsatz erwartet, in den Büchern stehen allerdings wohl “nur” 4,73 Milliarden. Tja, reality bites! Sowas passiert in der Börsenwelt übrigens echt ständig und ich frage mich, warum die Experten nicht einfach ein bisschen pessimistischere Zahlen orakeln? Dann hätten Unternehmen öfter mal positive Überraschungen zu bieten und wir könnten uns über mehr steigende Kurs-Kurven freuen.

Im Fall von SAP handelt es sich heute wohl nur um eine vorübergehende Depression. Der Konzern hat in den letzten Jahren viel Cash in die Hand genommen, um sein Business zu tunen und sein traditionelles Geschäft, den Verkauf von Softwarelizenzen, langsam durch Mietsoftware zu ersetzten. Das Thema “Mieten statt Kaufen” ist momentan total angesagt und funktioniert ähnlich wie die Geschäfte der Autodealer. Statt 25.000 Euro in cash für einen Mittelklassewagen auf den Tisch zu blättern, werden willige und / oder finanzschwache Interessenten mit “0 Prozent Leasing”- Angeboten geködert. Inklusive gratis Ölwechsel und einem Satz Sommerreifen.

Ganz ähnlich läuft bei SAP das Geschäft mit Firmensoftware, die gegen eine monatliche Abo-Gebühr an Kunden vermietet und zentral auf SAP’s Servern gehostet wird. Der Nachteil daran ist, dass das IT-Unternehmen auf kurze Sicht weniger Bargeld in der Kasse hat, da Kunden die Software nicht mehr als Paket kaufen. Langfristig verdient SAP allerdings mehr an der Mietsoftware, die schon jetzt für 69 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich ist und zweistellig wächst.

Ich überlasse meinen tristen SAP-Trade einfach mal seinem Schicksal. Zumindest bis 20. April, wenn der Konzern sein komplettes Zahlenwerk vorlegt. In zwei Wochen haben dann bestimmt auch die Analysten ihre Enttäuschung verarbeitet und lassen die Kirche im (Wall-)Dorf.

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/sap-ueberrascht-und-enttaeuscht/

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