Thyssenkrupp: Stahlbauer kommt groß raus

10Heute Mittag könnte ich euch Fast Food statt eines 3-Gänge-Menüs anbieten: alle Aktien unserer Deutschland 30 liegen im grünen Bereich. Punkt. Happy Trading!

Aber während ihr an eurer Stulle nagt, liest sich so ein ganzer Artikel doch auch ganz lecker, oder? Also schauen wir uns den Hitlisten-Gewinner thyssenkrupp mit + 6,3 Prozent mal näher an. Seit geraumer Zeit hängen zwei dunkle Wolken über den Schloten der deutschen Stahlindustrie. Die eine heißt “chinesisches Billigstahl”, die andere “Emissionsrechtehandel”. Damit ihr nicht gleich denkt: “Ohneeey, ich stop dann mal mit lesen!” Erklär ich euch gaaanz kurz, was es mit den beiden Übeltätern auf sich hat.

  • Chinesisches Billigstahl

Stahl Made in China ist billiger als Stahl Made in Europa. Kann aber das gleiche, denn das Metall ist und bleibt: Stahl. Wie kann man nun verhindern, dass Industriezweige wie beispielsweise die deutschen Autobauer, im Land des Lächelns auf Einkaufstour gehen? Beispielsweise durch Strafzölle, die beim Import von chinesischem Billigstahl fällig werden.

  • Emissionsrechtehandel

Schönes Wort. Es handelt sich hierbei um eine EU-Regelung zum Klimaschutz die festlegt, wie viel Tonnen Kohlendioxid ein Unternehmen in die Atmosphäre blasen darf. Das läuft ähnlich wie mit der Mülltonne vor der Haustür (zumindest hier in Bayern): je leichter die Tonne, desto weniger Gebühren sind fällig. Unternehmen können Rechte auf Umweltverschmutzung kaufen und auch wieder verkaufen. Blöd nur, dass die EU-Kommission die Anzahl der verfügbaren Zertifikate jedes Jahr verringert und Unternehmen somit dazu zwingt, ökologischer zu werden. Und das kostet Geld. Stahlbauer wie thyssenkrupp können sich das Spielchen irgendwann nicht mehr leisten und sehen ihre Existenz bedroht.

Wenn wir die beiden Bedrohungen der deutschen Stahlindustrie mal zusammen mixen ergibt sich ein noch scheußlicheres Bild. Während thyssenkrupp dazu gezwungen wird, noch sauberer (und damit teurer) zu produzieren, darf die chinesische Stahlindustrie auch weiterhin ihr Schmutz-Metall zu Dumpingpreisen verjubeln. Experten zufolge liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Tonne Stahl in der Volksrepublik um 500 Kilogramm höher als in Europa.

Minister Sigmar Gabriel hat ein Einsehen mit den Kumpels aus NRW und sicherte ihnen heute seine Unterstützung im Kampf gegen den China-Drachen zu. Wie, wann und was genau er geplant hat, ist noch nicht bekannt. Die Börse vertraut seinen Worten jedenfalls und feiert thyssenkrupp als heutigen DAX-Sieger. Glückauf!

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