K+S: Macht Salz sexy?

morton-salt-girl-costume-ideaDüngemittel! Geiles Thema so für einen Mittwochmittag, oder? Ich rieche schon förmlich den Gülle-Duft durchs Fenster. Damit hat unser heutige Kandidat K+S jedoch nichts zu tun. Die Salz-Gräber aus Kassel haben zwar allerhand Dreck am Stecken, aber für die Herstellung von Pflanzendünger liefern sie nur Geruchsarmes Kalium, das tief unter der Erde lagert.
Der zweite Geschäftsbereich des Unternehmens ist- Überraschung!- die Salzförderung. Speisesalz, Streusalz, Salz für die Pharma- und Kosmetikindustrie…die Bergbauern lieferns und sind damit sogar der größte Salzproduzent der Welt.

Dieses Traditions-Business hat K+S immerhin siebeneinhalb Jahre lang einen Platz in der DAX-Elitegruppe gesichert. Bis vor einer Woche, als die Wächter des deutschen Index beschlossen, K + S aus dem Club zu kicken. Der Marktwert des Unternehmens war nicht mehr hoch genug und so werden die Kassler ab Ende März in die 2. Bundesliga, den MDAX, verbannt.

Doch das ist nicht der einzige Tritt in die Magengrube, den das Unternehmen zu verdauen hat. Für euch habe ich mal eine hübsche Chronologie der K+S- F***-Momente der letzten Monate zusammengestellt:

* Im Oktober 2015 scheiterte der Übernahmeversuch durch den kanadischen Konkurrenten Potash, der damals für K+S noch stolze 41 Euro pro Aktie hinblättern wollte.
* Tags darauf brach der Aktienkurs auf rund 24 Euro ein und tritt seit doomsday mehr oder weniger auf der Stelle.
* Vor einer Woche erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Top-Manager und Mitarbeiter des Konzerns. Ihnen wird vorgeworfen, illegalerweise 9,5 Millionen Kubikmeter Salzabwasser in den Boden des 6000 Seelendorfes Gerstungen gepumpt zu haben. Nicht so schön, Brackwasser im Morgen-Kaffee..

Laufen wenigstens die Geschäfte wie gesalzen? Ähhm, nein. Das Kalibusiness mit Pflanzendüngern hinkt dem Salzbusiness ziemlich hinterher. Indien und Brasilien haben aufgrund der Rezession, niedrigerer Preise für Gemüse & Co. und gekürzten Subventionen kein Geld mehr für teure Düngemittel. Der Konzern beschloss daraufhin, sich mehr auf die Salzbuddelei zu konzentrieren und das weiße Zeug zu Gold zu machen. K+S hofft, dass Salz im markenverliebten China als Premium-Produkt etabliert werden kann und die Asiaten künftig statt zur Flasche Soja zur blauen Dose “Morton Salt” greifen.

Experten rechnen bei der morgigen Präsentation der Jahreszahlen 2015 mit einem “durchwachsenen” Ergebnis. Der Umsatz dürfte um 11 Prozent auf 4,24 Milliarden Euro gestiegen sein, der Gewinn um fast 24 Prozent auf 794 Millionen Euro. Klingt gar nicht so schlecht in meinen Ohren!

Wir warten gespannt, ob die Börsianer morgen bei K+S in Schnäppchenlaune geraten. Glück auf!

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