Rosige Aussichten für die Deutsche Telekom?

ronHände hoch: wer von euch Rookies erinnert sich noch an die “Volksaktie” der Deutschen Telekom? Ich war bei ihrem Börsengang 1996 Gott sei Dank noch zu jung, um Aktien zu kaufen. Sonst hätte ich mich bestimmt wie viele andere Deutsche auch in den finanziellen Ruin gestürzt. Morgen, gut zwanzig Jahre später, präsentiert die Deutsche Telekom ihre Jahreszahlen 2015. Ein guter Grund für einen kurzen Rückblick.

Ende der 90er leitete der legendäre Ron Sommer die Geschäfte des Telekommunikationsanbieters. Er hätte genauso gut PR-Guru werden können, denn seine Kommunikationsstrategie rund um den Börsengang der T-Aktie war genial. Er wollte erreichen, dass die Deutschen ein Volk von Aktionären werden und warf gigantische Werbegelder aus dem Fenster, um den Verkauf seiner Aktie anzuheizen. Mit Erfolg: 1,9 Millionen Privatanleger stiegen ein, 713 Millionen Aktien wurden ausgegeben. Die Telekom wäre auch die fünffache Menge losgeworden. Ron freute sich über 10 Milliarden Euro frisches Kapital und die Aktie flog von 28,50 Euro auf 103 Euro im Jahr 1999. In Deutschland machte sich eine wahre Aktien-Euphorie breit, die allerdings nicht von langer Dauer war.

Dr. Sommer verspekulierte sich. Zu hohe Investitionen in UMTS-Lizenzen, eine zweifelhafte Unternehmensstrategie und der umstrittene Kauf der amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für ca. 39,4 Mrd. Euro (inklusive übernommener Schulden) verschreckten die Aktionäre. Es folgte ein beispielloser Wertverfall der Aktie bis zum Tiefpunkt von rund 8 Euro.

Und heute? Aktionäre von damals werden bei einem Kurs von 15 Euro noch immer in Tränen ausbrechen doch die Geschäfte laufen nicht schlecht. Ausgerechnet die Geschäfte der US-Tochter T-Mobile laufen wie peanut butter. Die amerikanische Tochter hatte den genialen Einfall, mit spottbilligen iPhones auf Kundenfang zu gehen. Der Plan ging auf und T-Mobile konnte sein Nettoergebnis im letzten Jahr fast verdreifachen.

Auch hierzulande steht der Konzern nicht still. Wer bei der Telekom- so wie ich- vor allem an Festnetzanschlüsse und Telefonstörungen denkt, der täuscht sich. Das Unternehmen setzt zunehmend auf Cloud Computing, bei dem Unternehmen Speicherplatz und Programmanwendungen auf Servern der Telekom “mieten” können, Cybersecurity und andere, nerdy IT-Dienste für Unternehmen oder die Industrie.

Die meisten Analysten erwarten bei der Telekom für das vierte Quartal ein Umsatzplus von 6,1 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro und rund 16 Prozent mehr Gewinn. Damit hätten die Bonner ihr Jahresziel erreicht. Was meint ihr? Hat die Magenta-Marke das Zeug zur Volksaktie 2.0?

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