Commerzbank: Gewinne dank Strafzinsen?

Hauptversammlung-Commerzbank-AGGestern gab es eine Aktie, die mehr Glück als Verstand hatte: das Papier der Commerzbank. Konkurrent Deutsche Bank schnappte sich mit Plus 10 Prozent Plus die Goldmedaille im DAX und zog die Aktie der Commerzbank gleich 8 Prozent mit nach oben. So zählte die Mittelstandsbank ohne eigenes Zutun zu den Favoriten des Tages. Das könnte sich heute und morgen allerdings schnell ändern, denn die Bank mit Deutschlands fröhlichstem Aufsichtsratsvorsitzenden, Klaus-Peter Müller (rechts), präsentiert morgen vor Börsenstart ihre Jahreszahlen.

Klaus-Peter, gebürtiger Rheinländer, Selfmademan und Karnevals-Fan, hatte dieses Jahr vermutlich wenig Zeit, um von einem der Prunkwagen zu winken. Neben der Krisenlage, die alle europäischen Banken betrifft, muss Müller auch noch einen neuen Chef für das Institut finden, der in die Fußstapfen von Martin Blessing (links) tritt. Und das wird gar nicht so einfach, denn Müller hat eine Frau im Visier. Eine Topmanagerin soll es sein, die auch in Pumps mit Blessing Schritt halten kann. Und die gibts natürlich nicht an jeder Straßenecke.

Die Auserwählte darf sich dann gleich auf das schwächelnde Mittelstands-Geschäft der Commerzbank stürzen, die Ende 2015 das bis dahin Unfassbare tat: sie erhob Strafzinsen für mittelständische Unternehmenskunden, die zu viel Geld auf ihrem Firmenkonto bunkern. Strafzinsen! Stellt euch mal vor, ihr müsstet jeden Monat für euer Spargeld auf dem Konto blechen! Mini-Zinsen sind ja schon bescheiden genug, aber Strafzinsen schießen echt den Vogel ab. Als Commerzbank-Kunde würde ich schnellstmöglich meinem fröhlichen Berater einen Besuch abstatten und mit einem großen Geldkoffer wieder nach draußen laufen. “Individuelle Guthabengebühr” nennen die Banker die Negativ-Zinsen, die Banken von der EZB (europäischen Zentralbank) selbst aufgebrummt bekommen und jetzt an manche Kunden weiterreichen.

Das könnte natürlich ein enormes Image-Problem mit sich bringen, aber viele Banken haben momentan einfach keine andere Wahl. Schließlich sind Zinsen eine ihrer Haupteinnahmequellen und wenn die Zinssätze sich irgendwo im 0-Komma-Bereich bewegen und immer weniger Kredite abgeschlossen werden, siehts natürlich düster aus.
Die Deutsche Bank hatte erst im Januar Rekordverluste bekannt gegeben und ist seitdem das Sorgenkind der Branche. Bei der Commerzbank erwarten Experten dagegen “solide Zahlen” mit einem Gewinn von knapp über 1 Milliarde Euro. “Die Bank an Ihrer Seite” profitiert dabei vor allem von der geringen Anzahl “fauler Kredite”, also Geld auf Pump, das Kunden nicht mehr zurückzahlen können.

Was meint ihr BUXers? Kann Deutschlands fröhlichste Bank morgen überzeugen und etwas von den rund 35 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn wettmachen?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/commerzbank-gewinne-dank-strafzinsen/

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