Shell: Ein Fass ohne Boden

shell1Mir persönlich ist es ja völlig egal, ob an der Tankstelle eine Muschel, eine Sonne oder sonst was aufm Zapfhahn steht. Auch V-Power und ClubSmart-Karten lassen mich völlig kalt. Hauptsache der Preis pro Liter Benzin bewegt sich auf dem Niveau einer Tüte Gummibärchen. 1,19 Euro waren es heute Morgen an der Tanke meines Vertrauens und damit rund 30 Cent weniger, als noch vor einem Jahr.

Was uns Autobesitzer freut, bereitet den Ökonomen und Bossen der großen Ölkonzernen wie BP, Exxon, oder Shell schlaflose Nächte. Erst gestern präsentierte BP ein abgrundtiefes Bohrloch in seiner Bilanz: einen Verlust von 6,5 Milliarden Dollar, dem höchsten seit mindestens 20 Jahren. Die Aktie viel um rund 6 Prozent.

Morgen vor Börsenstart ist Royal Dutch Shell an der Reihe mit Quartalszahlen und ich kann euch sagen, ich möchte da echt nicht auf dem Podium stehen und der Weltpresse neue Rekord-Verluste melden. Der britisch-niederländische Ölkonzern hat die Öffentlichkeit allerdings schon vor einer Woche gewarnt. Schlechte Nachrichten sind in kleinen Häppchen doch leichter verdaulich. So rechnet der Energiekonzern mit einem Gewinn zwischen 10,4 und 10,7 Milliarden Dollar, nach 22,6 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Ein schwacher Trost, aber Shell ist mit dieser Pleite nicht allein. Alle Öl-Multis mussten letztes Jahr enorme Bilanz-Löcher hinnehmen. Hauptgrund ist der extrem gefallene Preis für Rohöl. So kostet das Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent inzwischen unter 30 Dollar, ein Viertel weniger als Ende 2015 und so wenig wie seit 2003 nicht mehr. Seit Mitte 2014 brach der Ölpreis gar um 75 Prozent ein. Das wiederum hat mehrere Gründe:

1. Überangebot
Saudis, Amerikaner, Russen und weitere ölexportierende Länder pumpen zu viel Schmierstoff aus dem Boden. Und sie hören wahrscheinlich nicht auf, bis eine Nation die Öl-Weltherrschaft besitzt. Gewinnen wird vermutlich das Land mit dem längsten Atem und den tiefsten Taschen.

2. Mangelnde Nachfrage
Der Wachstumsrückgang in China und die abkühlenden Fabrikschlote sorgen für eine sinkende Ölnachfrage.

3. Klima
Bei frühlingshaften Temperaturen hierzulande muss der Heizöl-Truck seltener ausrücken.

Verzwickte Lage! Dieser Negativ-Faktoren-Mix könnte den Ölpreis auch in diesem Jahr noch drücken und die Ölkonzerne zum Sparen zwingen. Stellenabbau, Verkäufe, Strategiewechsel, man kennt das ja. Welche Überlebenstaktik sich Shell für die kommenden Jahre ausgedacht hat und wie hoch die Verluste 2015 wirklich waren, hören wir morgen Früh. Also: aufgepasst! Das Shell-Papier könnte nochmal abschmieren.

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