Deutsche Bank: Ein Drama mit Fortsetzung

dbNoch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich meine spießige, rote Sparkassen EC-Karte liebend gerne gegen so eine smarte, blaue Karte der Deutschen Bank eingetauscht. Sieht irgendwie schicker aus, und nach mehr Geld auf dem Konto.

Mittlerweile bin ich ziemlich glücklich mit meiner Provinz-Sparkasse, denn die DB hat viel von ihrem Glamour-Image eingebüßt und kämpft mit Milliarden-Verlusten. Morgen vor Börsenstart muss die Großbank ihre Bilanz-Bücher öffnen und ihren Investoren mitteilen, was eigentlich schon seit letzter Woche die Spatzen von den Banken pfeifen: 6,7 Milliarden Euro Verlust im letzten Jahr- so viel wie noch nie in der Geschichte der Deutschen Bank. Der Aktienkurs bekam nach dieser Vorwarnung so einen Schock, dass er gleich um 10 Prozent auf das Niveau von 2009 zu Zeiten der Finanzkrise absackte.

Damit ist der Marktwert der DB auf 24 Milliarden Euro gesunken. Zum Vergleich: die größte US-Bank, JPMorgen Chase, wird derzeit mit rund 186 Milliarden Euro bewertet.
Wir fragen uns natürlich: warum schreibt die Deutsche Bank Milliarden Miese, während US-Banken ein Rekordjahr einfahren? Verantwortlich dafür ist ein bunter Skandal-Mix und hohe Altlasten.

John Cryan, der seit Mai 2015 die Geschäfte der DB leitet, muss den Laden erstmal aufräumen. Dazu zählt auch die Entlassung von rund 9000 hochbezahlten Bankern, 4000 davon allein in Deutschland. Ihr könnt euch vorstellen, dass sich die Herren nicht mit einem Blumenstrauß und einer fröhlichen “Dankeschön”- Grußkarte zum Abschied zufrieden geben. Nein, die Finanzler wollen Geld sehen! Um die Mitarbeiter von ihren Schreibtischen weg zu kaufen, hat Mr. Cryan “Rückstellungen”, also Geldreserven, in Höhe von knapp 1 Milliarde Euro vorgesehen.

Dazu kommen noch weitere 5,2 Milliarden, die die Bank für Rechtsstreitigkeiten auf die Seite legen musste. Für die Hitlisten-Liebhaber unter euch habe ich eine kleine Top 3-Liste der Schummel-Baustellen der Deutschen Bank zusammengestellt:

1. Leo Kirch
Ehemalige Top-Manager der Frankfurter Bank sollen im Prozess um die Pleite des Medienkonzerns 2002 die Richter belogen haben, um Schadensersatzforderungen zu entgehen.

2. Russland
Russische Kunden sollen über die Deutsche Bank Rubel-Schwarzgeld in Höhe von mindestens sechs Milliarden Dollar gewaschen haben.

3. Devisenhandel
Der neueste Hit: der Deutschen Bank wird vorgeworfen, für die Abwicklung von Devisengeschäften (Euro, Dollar, Yen…) Schummelsoftware eingesetzt zu haben, um die Deals zeitverzögert und in ihrem Vorteil abzuwickeln.

Das alles wäre noch zu verkraften, wenn die Geldquelle aus Privatkunden- oder Investmentgeschäft noch irgendwie sprudeln würde. Doch auch das Tagesgeschäft der Großbank schwächelt und wird vermutlich für weitere Verluste in Höhe von 2 Milliarden Euro sorgen.

Wie die Börse morgen wohl auf die schlechten Neuigkeiten reagieren wird? Wo keine Erwartungen sind, können auch keine Erwartungen enttäuscht werden. Das ist aber auch das einzig Positive, das ich dem ganzen DB-Drama abgewinnen kann.

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/deutsche-bank-ein-drama-mit-fortsetzung/

 

Advertisements
Deutsche Bank: Ein Drama mit Fortsetzung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s