Kann Draghi den DAX retten?

imagesIch will das ekelige Wort ja kaum in den Mund nehmen, aber heute passt’s leider: Aktiencrash! Der DAX sackt mit gut 3 Prozent tief unters Börsenparkett und reißt alle (!) Deutschland 30 Papiere mit in den Keller. Wie gut, dass wir hier bei BUX mit “Pfeil nach unten” auch auf fallende Kurse spekulieren können.

Und ob ihrs glaubt oder nicht: morgen Nachmittag könnte es noch schlimmer kommen. Aufgrund der Panik an den Weltbörsen hätten wir fast ein wichtiges Ereignis vergessen. Morgen gegen 14 Uhr meldet sich der Präsident der EZB (Europäische Zentralbank), Mario Draghi, zu Wort. Die EZB ist die europäische Schwester der US-Notenbank und sowas wie die Bienenkönigin unter den Banken hierzulande. Sie kann Geld drucken, Zinsen erhöhen, Banken Geld leihen und hat mit all diesen “Superwaffen” großen Einfluss auf die Weltwirtschaft.

Die “Mission Impissible” des EZB Chefs ist, eine höhere Inflation, also eine Preissteigerung zu erzielen. Wieso das denn? Ich finde die Auto-, Kühlschrank- und Elektronik-Schnäppchen momentan eigentlich ganz angenehm. Sind sie auch, zumindest für uns Verbraucher. Für die Industrie siehts dagegen ganz anders aus. Ein dauerhaft niedriges Preisniveau könnte nämlich einen Domino-Effekt aus sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen nach sich ziehen. Alles sehr ungesund für die wirtschaftliche Entwicklung auf unserem Kontinent.

Mario hat sich deshalb ein paar Tricks ausgedacht, um die Inflation anzuheizen. Einer davon heißt “Leitzins”. Das ist der Zinssatz, zu dem sich die Sparkassen und andere Geschäftsbanken bei der EZB Geld leihen können. Der Leitzins ist mit 0,5 Prozent momentan super niedrig und stimuliert die Banken dazu, mehr Kredite an Unternehmen zu vergeben. Die wiederum zahlen wenig Zinsen an die Banken und können das geliehene Geld beispielsweise in die Entwicklung neuer Produkte stecken. Oder in fettere Geschäftswägen fürs Management. Gut für die Unternehmensbilanz und noch besser fürs Wirtschaftswachstum.

Eine weitere Superwaffe heißt: Quantitative Lockerung, auf gut Deutsch: Geld drucken. Seit März 2015 kauft die EZB mit quasi selbstgemachten Banknoten Staatsanleihen im großen Stil und pumpt auf diesem Weg monatlich 60 Milliarden Euro in die Märkte.

Von der letzten EZB Sitzung im Dezember hatte sich die Finanzwelt viel erhofft. Zum Beispiel, dass Mario beschließt, noch mehr Geld zu drucken. Tat er aber nicht und der DAX rauschte damals aufgrund enttäuschter Erwartungen auf dem Highway to Hell.

Vor dem morgigen Auftritt des Mario Draghi ist die Erwartungshaltung gleich Null. Die Banken verleihen sowieso schon genug Geld und vergeben Kredite unter manchmal fragwürdigen Bedingungen. In Italien untersucht die EZB deshalb gerade eine Reihe “fauler Kredite” in Milliardenhöhe. Geld, das die Banken vermutlich nie wieder sehen werden.

Wahrscheinlich wird es in der morgigen Sitzung beim einem charmanten “blabla” des Italieners bleiben- große Entscheidungen werden wohl auf das nächste Treffen im März vertagt. Das bedeutet im Klartext: es besteht diesmal so gut wie kein Enttäuschungspotential. Ob’s die Börse freut? Morgen Nachmittag wissen wir mehr!

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