Börsensalat mit Öl und Salz

oilBeim Betrachten der DAX-Hitlisten packt mich heute das kalte Grausen. Derzeit stecken alle Deutschland 30 Unternehmen tief in der roten Verlustzone. Das liegt größtenteils nicht an negativen Unternehmensmeldungen, sondern vor allem an den Kursverlusten, die die amerikanischen und asiatischen Börsen gestern Nacht erschüttert haben. Der US-Index Dow Jones ging mit Minus 2,2 Prozent aus dem Rennen, der japanische Nikkei mit 2,7 Prozent. Kursverluste in Übersee lösen häufig eine Art weltweite Grippeepidemie aus, die praktisch über Nacht die europäischen Börsen “ansteckt”.

Der “Virus”, der das ganze Leiden verursacht, lässt sich nicht so einfach bekämpfen. Es handelt sich um eine hoch ansteckende Mischung aus Terror-Angst, sinkendem Ölpreis, der schlechten wirtschaftliche Entwicklung Chinas und der Zinsentscheidung der US-Notenbank. Alles klar? Was für ein Sumpf! Da blickt doch kein Mensch mehr durch! Wir picken uns einfach mal einen der wichtigsten Auslöser der aktuellen Börsenkrise raus: das Öl.

Es gibt derzeit viel zu viel Öl auf der Welt. Die Lagerbestände sind prall gefüllt und große Wirtschaftsnationen, wie beispielsweise China, kaufen weniger Schmierstoff als erwartet. Die geringe Nachfrage nach Rohstoffen ist übrigens ein Zeichen dafür, dass es einem Land wirtschaftlich nicht so gut geht. Denn wo viel produziert und exportiert wird, wird auch viel Energie benötigt. Aber gut, der China-Motor läuft also auf Sparflamme und man fragt sich: warum pumpen die Öl-Nationen wie Saudi-Arabien trotzdem Öl aus dem Boden bis sie schwarz werden? Zu viel Angebot sorgt doch immer für fallende Preise?

Richtig. Aber die Araber wollen was ganz anderes: Marktanteile. Vielleicht auch sowas wie die Öl-Weltherrschaft. Ganz besonders haben sie den Erzfeind USA aufm Kicker. Die Amerikaner pressen schon seit Jahren Erdöl aus Schiefergestein (das wird “Fracking” genannt) und verticken es auf dem Weltmarkt. Dummerweise ist das Steine-Pressen aber nicht nur umweltschädlich, sondern auch viel teurer, als mal eben so ne Ölquelle anzubohren.

Eigentlich müssten die Amerikaner also auch höhere Preise für ihr Öl verlangen um Gewinn zu machen. Geht aber nicht, denn die Saudis bleiben bei ihren Dumpingpreisen, die mit unter 30 Dollar pro Fass so niedrig sind wie zuletzt vor gut 11 Jahren. Diese ganze Schlammschlacht könnte noch länger dauern und sorgt für Sorgenfalten bei den Börsianern, die befürchten, dass die geringe Nachfrage nach Rohstoffen doch ein Symptom für eine größere Wirtschaftskrise sein könnte.

Aus gegebenem Anlass mischen wir zum Öl heute noch eine Prise Salz und fertig ist der Börsen-Salat! Spaß beiseite, es gibt Neuigkeiten vom Salz-und Düngerhersteller K+S. Mit einem Plus von 0,17 Prozent (wow!) ist der Konzern unser derzeitiger DAX-Gewinner…K+S machte in den letzten Monaten immer wieder Schlagzeilen wegen gescheiterter Übernahmegespräche durch den kanadischen Konkurrenten Potash und dramatischen Kursverlusten an der Börse.

Eigentlich will K+S gar nicht aufgekauft werden, sondern unabhängig bleiben. Eine Abwehrstrategie gegen zukünftige Übernahme-Versuche ist die Flucht nach vorne. Und so plant das Management, die US-Tochter Morton Salt an die Börse zu bringen. Und was soll das bringen? Scheinbar wird es durch diesen Schachzug für Konkurrenten wie Potash komplizierter, K+S aufzukaufen. Der mögliche Börsengang von Morton Salt wirkt dann wie eine Art “Giftpille” gegen mögliche Fressfeinde.

Es bleibt abzuwarten, ob sich der Aktienkurs des Salzherstellers von derzeit nur 21 Euro wieder aufrappeln kann. Potash hätte letztes Jahr noch astronomische 41 Euro für einen Anteil gezahlt…

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/boersensalat-mit-oel-und-salz/

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