SAP: Software Auf Pump

sapDie Börse erinnert mich heute an eine dieser Schulstunden kurz vor den Ferien, auf die niemand mehr so richtig Bock hat. Der Lehrer müht sich ab und die Schüler hängen lustlos in den Bänken. Auf dem deutschen Börsenparkett herrscht heute auch mehr oder weniger Flaute. Vielleicht liegt’s am Dreikönigs-Feiertag? Oder sind die Händler vom Kurs-Rutsch in China letzten Montag noch stets in Schreck-Starre?

Einer der wenigen Streber des Tages, der mit einem Plus von derzeit 1,5 Prozent aus der DAX-Klasse hervorsticht, ist SAP. Wie auch Fresenius Medical heute Morgen, profitiert SAP vom Analysten-Lob. Zwei Banken trauen dem Welt-Unternehmen aus Walldorf einen Aktienkurs von 100 Euro zu. Momentan gibt’s das Papier von Europas größtem Softwarehersteller zum Schnäppchenpreis von rund 73 Euro.

Der Hersteller von Software für Buchführung, Controlling, Personalwesen und anderen Geschäftsprozessen, die Managern das Leben erleichtern soll, kämpfte Ende letzten Jahres mit Problemen in den eigenen Reihen. Die letzte Quartalsbilanz zeigte, dass sich SAP vor Kunden kaum noch retten kann, aber trotz des blühenden Software-Handels die Gewinne hinterherhinken. Wie kann das sein?

SAP trennt sich so langsam vom traditionellen Software-Verkauf und konzentriert sich auf einen Software-Miet-Service in der “Cloud”, der “Datenwolke”. Unternehmen müssen nicht wie bisher in teure Software investieren, die auf ihren eigenen Rechnern läuft, sondern schließen eine Art SAP-Abonnement ab, bei dem sie die Programme nur mieten. Das Geschäft boomt und so wollte der Konzern in schwächelnden Unternehmensbereichen Stellen streichen. Doch das freiwillige Abfindungsprogramm, bei dem Angestellte “raus gekauft” wurden, war so gefragt, dass SAP mehr Mitarbeiter verlor, als geplant. Statt 2000 entschieden sich gut 3000 IT’er für “Jackpot!”, verabschiedeten sich in den vorzeitigen Ruhestand und rissen ein unerwartet großes Loch in die Bilanz der Bilanzsoftware-Schmiede.

Aber gut, das Software-Geschäft des Unternehmens läuft blendend und Experten erwarten bei der Präsentation der Quartalszahlen am 22. Januar ein Umsatz-Plus von fetten 10 Prozent gegenüber dem Vorjahrsquartal. Und jetzt seid ihr dran: hat SAP noch genug Saft für weitere Kurssprünge?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/sap-software-auf-pump/

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