Zoff in der Bankenfamilie: Commerzbank gegen Deutsche Bank

bankSchluss, Aus, Ende mit der Besinnlichkeit! Der Großfamilie der deutschen Banken sind die Feiertage nicht gut bekommen und heute krachts gewaltig in den eigenen Reihen. Die Commerzbank verklagt in den USA vier Geldhäuser, darunter auch eine Tochter der Deutschen Bank.

Nach Thanksgiving folgt der Cold Turkey, oder was? Nein, der Grund der Streitigkeiten ist fast schon historisch zu nennen. Es geht um die weltweite Finanzkrise, die ab 2008 ihren Lauf nahm. Der US-Wirtschaft geht es mittlerweile wieder prima und die Krise ist so gut wie gegessen, aber die Banken haben noch einen Truthahn miteinander zu rupfen.

Die Ursache der Bankenkrise war eigentlich eine Immobilienkrise in den USA, die schon 2005 begann. Damals konnte sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fast jeder der wollte, ein Haus kaufen. Hierzulande guckt die Bank erst ganz genau nach deinem Job, deinem Einkommen, deinen Schulden, deinen Familienverhältnissen und dem Inhalt deines Sparschweins. In Amerika nicht. Dort vergaben die Banken massenweise “Ninja- Kredite” (steht für: No income, No job, No asset), also Kredite ohne Sicherheiten.

Die Banken dachten sich: oh super, so viele neue Kunden, die alle Kridit-Zinsen an uns bezahlen! Damit können wir mächtig viel Geld verdienen! Voll Übermut schnürten die Banken aus den Immobilien-Krediten auch noch Wertpapier-Produkte. Man könnte sagen, es handelte sich dabei um Säcke fauler Äpfel, die als schicke Finanzprodukte getarnt an Banken weltweit verkauft wurden. Das Geschäft boomte, die Banker strichen fette Boni ein und Rating-Agenturen beurteilten die Mogelpackungen auch noch mit Bestnoten, beispielsweise “AAA”. Die Banken vertrauten darauf und der Handel mit den faulen Wertpapieren boomte.

Es kam, wie es kommen musste. Die Zinsen stiegen, die Häuslebauer konnten ihre Kredite nicht mehr bezahlen und ihr “Amerikanischer Traum” musste zwangsversteigert werden. Die Banken blieben auf wertlosen Wertpapieren sitzen und die Krise nahm ihren Lauf.

Die Commerzbank hatte vor 2008 in Amerika Mogel-Wertpapiere in Höhe von 2 Milliarden Dollar gekauft. Allein in die Fonds der Deutschen Bank investierte sie 640 Millionen Euro. Viele Nullen haben sich seitdem in Luft aufgelöst und die Commerzbank ist sauer. Sie wirft der Deutschen Bank vor, ihre Pflichten verletzt und Verträge gebrochen zu haben und will Schadenersatz.

Ob die Klage Schweißperlen auf die Stirn der Deutschen Bank-Manager treiben wird, ist fraglich. Das Geldhaus ist derzeit mit über 7000 Rechtsstreitigkeiten konfrontiert und hat für all den Ärger vorsorglich schonmal 4,8 Milliarden Dollar auf die Seite gelegt. Ob das als Schadenersatz für den amerikanischen Albtraum reichen wird?

Die Commerzbank- Aktie nimmt’s gelassen und dümpelt derzeit mit einem leichten Plus von 0,38 Prozent dahin. Wir sind gespannt, ob sich bei den Papieren der Streithähne heute noch mehr bewegt.

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/zoff-in-der-bankenfamilie-commerzbank-gegen-deutsche-bank/

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