Ölpreis rutscht auf 11-Jahres-Tief

oilDie Woche startet mit einem neuen Negativ-Rekord: der Ölpreis fiel heute Morgen auf den niedrigsten Stand seit 11 Jahren. Ein Fass Nordsee-Öl gibt es derzeit zum Schnäppchenpreis von rund 36 Dollar. Allein in diesem Jahr verbilligte sich der Preis für das ehemalige “schwarze Gold” um ganze 37 Prozent. Also alle auf zur nächsten Tanke und die Heizung hochdrehen!

Nein, Spass beiseite. Was unseren Geldbeutel freut, sorgt für Sorgenfalten bei Ölscheichs und Börsianern. Derzeit tobt eine wahre Ölpreis-Schlacht. Im Kampf um Marktanteile fördern Länder wie Saudi Arabien, Russland oder die USA viel mehr Öl als die Welt braucht. Mit dieser Strategie wollen einige OPEC-Länder Konkurrenten aus dem Markt drängen, die aufgrund höherer Förder-Kosten und kleinerer Geldreserven keinen so langen Atem haben, wie beispielsweise die Saudis.

Die anhaltende Ölflut und die geringe Nachfrage nach Heizöl- auch aufgrund der frühlingshaften Temperaturen diesen Winter- sorgen für weltweite Dumpingpreise. Des eine Freud, des anderen Leid:
Zu den Gewinnern der Krise zählen wir Verbraucher, weil wir aufgrund der sinkenden Heizkosten und Benzinpreise am Monatsende noch ein kleines Plus auf dem Konto haben und die Luftfahrtindustrie, die die Tanks ihrer Flieger mit Billig-Kerosin füllen kann.

Zu den Verlieren zählen Ölkonzerne wie BP oder Exxon und Förderländer wie Venezuela oder Nigeria, deren Haupteinnahmequelle der Export von Öl ist. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich: aber Staaten wie Kuwait oder die Vereinigten Arabischen Emirate verdienen doch ihre Dollars auch mit Öl? Richtig, nur sind diese Staaten wesentlich kleiner als Venezuela oder Nigeria und können ihre Budgets flexibler einteilen.

Kuwait zählt stolze 3 Millionen Einwohner, Venezuela ganze 181 Millionen! Länder dieser Größenordnung müssten eigentlich fast 100 Dollar für ein Fass Öl verlangen, um ihre Staatshaushalte finanzieren zu können. Sonst kreist irgendwann der Pleitegeier über dem Land, dessen Bevölkerung schon jetzt unter der ölbedingten Wirtschaftskrise und politischen Spannungen zu leiden hat.

Wie lange der Preisrutsch auf dem Ölmarkt noch andauern wird, steht in den Sternen. Die OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) hat in ihrer Sitzung Anfang des Monats die Chance verpasst, der weltweiten Überproduktion einen Riegel vorzuschieben. Und so rutscht der Ölpreis von einem Tief zum nächsten…

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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