Rocket Internet: Auf zu neuen Ufern!

rockettweetIm Trubel rund um die US-Notenbankentscheidung heute Abend gegen 20:00 Uhr hätten wir doch fast vergessen, dass es auch noch sowas wie Unternehmenszahlen gibt. Das Berliner Startup-Gewächshaus Rocket Internet präsentierte heute Morgen vor Börsenstart seine Q3 Zahlen und – niemanden interessiert’s. Die halbe Weltpresse steht im Zeichen der drohende US-Zinswende und berichtet lieber darüber als über die HelloFresh-Gründer.

War die Terminwahl der Quartalszahlen purer Zufall oder kühle Berechnung? Vielleicht wollen die Berliner auch gar nicht im Rampenlicht der Weltpresse stehen, denn so dolle läuft ihr Laden nicht.

Die Samwer-Brüder Oliver, Alexander und Marc gründeten 2007 Rocket Internet mit dem Ziel, die Erfolgsgeschichte von Amazon oder Alibaba zu kopieren. Seitdem haben die Jungs unzählige E-Commerce Seiten ins Leben gerufen. Dazu gehören bekannte Marken wie HelloFresh, Zalando oder Home24 aber auch hierzulande unbekannte Online-Shops für “Emerging Markets” wie beispielsweise Daraz in Pakistan.

Der Fokus auf neue Märkte wie Nigeria, Südostasien oder Indonesien kommt nicht von ungefähr. Während die Samwer-Idole Amazon und Alibaba ihre Heimatmärkte USA und China fest im Griff haben, fehlt Rocket Internet eine klare Marktherrschaft. Und so dachten sich die Berliner: auf zu neuen Ufern! Sogenannte “Emerging Markets”, also Ex-Entwicklungsländer, sind sehr verlockend aber auch risikoreich.

Kaum Konkurrenz, hohe Margen und Milliarden neue, potentielle, Kunden klingt nach: Jackpot! Doch man darf nicht vergessen, dass dem Großteil der Bevölkerung dieser Länder Online-Shopping erst schmackhaft gemacht werden muss, dass Bargeld Zahlungsmittel Nummer Eins ist und dass die Infrastruktur von Lieferanten und Zustellern äußerst lückenhaft ist. Unternehmens-Chef Oliver Samwer ist’s egal, er sieht vor allem das enorme Potential und pumpt munter monatlich zweistellige Millionenbeträge in seine “Emerging Markets”.

Rocket Internet erklärte heute in einer Pressemeldung großspurig, dass die Umsätze ihrer sogenannten “proven winners”, den Zugpferden von Rocket Internet, um 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Super, sollte man denken. Doch leider machen alle “Gewinner” heftige Verluste und sind noch lange nicht in der grünen Gewinnzone angelangt. Auch der Wert von Rocket Internet stagniert bei rund 6,1 Milliarden Euro.

Doch das dicke Ende kommt erst noch. Erst kürzlich versprach Samwer, den Fresskorb-Lieferdienst HelloFresh noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen. Heute wurde bekannt, dass der Börsengang, einen Tag vor Veröffentlichung des Börsenprospekts, gescheitert ist. Die wichtigste Investorin, Milliardärin Cristina Stenbeck, die 13 Prozent der Holding-Anteile hält, blockierte das Vorhaben.

Der Börsenkurs, der ohnehin schon Verlust geplagten Internet-Schmiede gab nach diesen negativ Schlagzeilen rund 3 Prozent nach. Bleibt zu hoffen, dass die Eroberung neuer Märkte für die Samwer Brüder eine Erfolgsgeschichte wird!

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/page/2/

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