Wohin geht die Reise, TUI?

tuiEin Blick aus dem Fenster und ich bekomme große Lust, meine Koffer zu packen. Nieselregen statt Schnee, dauer-grauer Himmel und Temperaturen zum unter-die-Decke-krabbeln. Reiseveranstalter werben bereits fleißig mit “Frühbucher Schnäppchen” für die Sommersaison 2016 und Last-Minute-Winterurlaub und locken mit Preisnachlässen von teilweise über 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schuld daran sind zum einen die niedrigen Kerosin-Preise (= billige Flugtickets), zum anderen die ungebrochene Reiselust der Deutschen, die den Veranstaltern einen größeren Spielraum bei der Preisgestaltung ermöglicht.

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes hatten TUI und Co. bis Ende Oktober ihre Buchungsumsätze für das Jahr 2015 um 3 Prozent auf den Rekordwert von mehr als 27 Milliarden Euro steigern können. Nun ist den BUXern unter euch, die mit Aktien der Reise – oder Luftfahrtindustrie traden, sicher nicht entgangen, dass die Branche unter den jüngsten Terroranschlägen kräftig gelitten hat.

Doch der Kater in der Reiseindustrie war nur von kurzer Dauer. Urlauber verzichten nicht- wie befürchtet- auf die schönsten Wochen des Jahres, sondern lassen sich einfach woanders die Sonne auf den Pelz brennen. Während Tunesien oder Ägypten lange als DIE Winter- Bestimmungen galten, buchen Sonnenanbeter jetzt lieber weniger terrorgefährdete Ziele wie die Kapverdischen Inseln, Kanaren oder Fernreisen. Hauptsache Strand, Sangria und gutes Wetter.

Einer der Hauptakteure im Reisezirkus ist TUI. Europas größter Touristikkonzern mit Tochterunternehmen wie beispielsweise TUIfly, TUI Hotels oder TUI Cruises, präsentiert morgen vor Börsenstart seine Jahreszahlen. Könnte spannend werden, denn der Firmenboss von TUI Deutschland, Sebastian Ebel, hat dem Unternehmen erst vor Kurzem eine Wachstumsoffensive verordnet und will mit neuen Hotels und günstigeren Preisen Marktanteile zurückgewinnen. Um gegen Schwergewichte wie Thomas Cook oder Booking.com konkurrieren zu können, senkt TUI die Preise und nimmt über 3500 neue Hotels anderer Veranstalter ins Programm auf.

Eine klare Abweichung vom bisherigen Kurs. TUI setzte in den letzten Jahren vor allem auf den Ausbau eigener Hotelmarken wie RIU, Robinson oder der Pärchen-Club Kette Sensimar. Mit TUI Blue startet der Konzern zudem im Sommer ein zusätzliches Konzept, das sich auf junge Trendsetter spezialisiert. So könnten Türkei und Adria noch zum Hipster-Hotspot mutieren.

Die größere Auswahl an Hotels, eine Schönheitskur der eigenen Hotelmarken und nicht zuletzt die Kampfpreis-Offensive für Reisen in den Mittelmeerraum, könnten sich vielleicht schon jetzt positiv in den Jahreszahlen von TUI bemerkbar machen.

Ich werde an diesem verregneten Nachmittag die Frühbucher-Specials mal genauer unter die Lupe nehmen und TUI traden. Vielleicht springen dabei noch ein paar extra Euros für die Urlaubskasse raus…

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/page/2/

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