Bühne frei für Draghi

draghiHeute ist der Tag der Tage! In meinem – von Oma gebastelten- Adventskalender befand sich ein goldener Schoko-Glitzerstern und Mario Draghi, Boss der Europäischen Zentralbank EZB, verkündet heute Mittag ab 13:45Uhr die frohe Botschaft: den Zinsentscheid. Und genau darauf warten die Börsianer schon seit Wochen wie aufs Christkind.
Auf die Gefahr hin, dass ich euch zu Tode langweile, ich muss es doch tun: beschreiben, was den Aktienmarkt rund um die EZB -Sitzung erwarten könnte.

Das Vorglühen fand übrigens bereits gestern Abend statt. Nicht auf dem Weihnachtsmarkt, sondern in Washington. Die Notenbank- Eminenz der Vereinigten Staaten, Mrs. Janet Yellen, ließ durchblicken, dass eine Zinserhöhung (die erste seit fast 10 Jahren) ein gutes Zeichen für die wirtschaftliche Stärke der USA sei. Ob die Fed am 16. Dezember auch tatsächlich in die Pötte kommt und der Nullzinspolitik ein Ende macht, bleibt ungewiss doch die positiven Arbeitsmarktdaten, die Freitag erwartet werden, könnten der Bankerin den entscheidenden Schubs in Richtung Zinserhöhung geben.

All das Geplänkel und Gewarte scheint unserem DAX mittlerweile ziemlich auf die Nerven zu gehen. Wie ein Langstreckenläufer, der sich während der ersten Kilometer schon total verausgabt hat, trottet unser Index müde Richtung Wochenende. Die Euphorie über all die bevorstehenden Zins- und Geldgeschenke der Notenbanken verpufft scheinbar langsam auf dem Parkett und hinterlässt handelsmüde Börsianer.

Gestern musste K+S aufgrund neuer Übernahmegerüchte von Potash 1,7 Prozent Verlust hinnehmen, sorgte die Absatzflaute bei VW in den USA für herbe Einbußen und zuckte der Kurs von RWE wie unter heftigen Stromstößen. Der DAX rettete sich mit einem schwachen Minus von 0,63 Prozent in den Feierabend.

Hoffentlich hatte er eine angenehme Nachtruhe, denn heute Nachmittag, nach der Sternstunde von Mario Draghi, könnte wieder etwas Schwung in die Börse kommen. Der EZB Chef soll die Märkte “überraschen” und nicht nur das verkünden, was ohnehin schon erwartet wird: noch niedrigere Zinsen und eine mögliche Ausweitung des Anleihenkaufprogramms. Gelingt es ihm nicht, das rosa Überraschungs-Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, so könnten die Märkte mit fallenden Kursen ihre Enttäuschung kundtun.

Kann der Italiener sein Publikum allerdings mit unerwarteten Kunststücken begeistern, so könnten die Aktienkurse in den kommenden Tagen applaudieren. Der Aktienaufwärtstrend hält nun schon seit sechseinhalb Jahren an. Ob den Deutschland 30 nicht doch bald mal die Puste ausgeht?

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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