BMW läuft und läuft

bmwGestern war D-Day für den US-Automarkt: alle Hersteller präsentierten ihre Verkaufszahlen für den Monat November. Alle? Alle bis auf einen: Mercedes konnte angeblich aufgrund einer Computerpanne seine Hausaufgaben nicht machen und blieb uns seine Absatzzahlen noch schuldig. Doch auch ohne Stern wuchs der US-Autoabsatz um 1,4 Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge. Ein neuer Rekord: so viele Autos wurden im November zuletzt vor 14 Jahren verkauft.

Der US-Absatzboom hat zahlreiche Ursachen. Die Rabatt-Schlacht zum traditionellen Shopping-Fest “Black Friday”, die niedrigen Benzinpreise und die günstigen Finanzierungszinsen lassen auch die kühnsten SUV- und PickUp-Träume der Amerikaner wahr werden.

Unsere Skandal-gebeutelten Wolfsburger Autobauer VW inklusive Tochter Porsche mussten jedoch herbe Verluste in Kauf nehmen: VW’s Absatz brach trotz Rabattoffensive um 24,7 Prozent ein, Porsche verlor 5,3 Prozent. Etwas glimpflicher kam Audi davon- die Ingolstädter konnten ein Plus von 0,4 Prozent verbuchen. Schuld am schlechten US-Business ist – neben Image-Problemen- der Verkaufsstopp für die 2,0 und 3,0 Diesel-Schummelmotoren und auch die Benziner liefen mehr schlecht als recht.

Ganz anders dagegen unsere Saubermänner von BMW: die US-Verkäufe stiegen mit 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Amis fahren voll auf die großen Schlitten der Münchener ab und investieren ihre Dollars am liebsten in Kraftprotze wie den Stadtgeländewagen X3 oder die 5er-Reihe. Der Trend scheint eindeutig in Richtung “größer, stärker, teurer” zu gehen, denn BWM-Tochter MINI schwächelt. Ob die Einführung des neuen, bulligen “Clubman” 6-Türers für steigende Verkaufszahlen sorgen wird, bleibt abzuwarten.

Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg prognostiziert für 2016 ein Auto-Rekordjahr: rund 78 Millionen Autos sollen nächstes Jahr weltweit verkauft werden, so viel wie nie zuvor. Im Jahr 2000 waren es nur knapp 49 Millionen. Dabei sind Geländewagen ein weltweiter Trend, der sich nicht nur auf die Alpenstraßen und andere unwegsame Territorien beschränkt, sondern auch die Herzen der Golfer, Geschäftsmänner und Stadt-Muttis höher schlagen lässt.

BMW ist mit seinen X1, X3 und X5 Modellen bestens ausgestattet, doch es lauert Konkurrenz aus Fernost. Bei uns weitgehend unbekannte, chinesische, SUV-Bauer wie Qoros drängen mit Dumping-Preisen auf den Markt könnten unseren heimischen Autoherstellern auch in Europa das Fürchten lernen.

Und wie steht es mit den Öko-Autos? Dem Gegenteil der Benzinfressenden Geländewägen?
BMW, Mercedes und Porsche arbeiten alle an sogenannten “Tesla-Jägern”. Das sind Autos, die dem amerikanischen Elektroauto-Pionier Telsa Konkurrenz machen sollen. Bislang dominieren japanische und amerikanische Hersteller den Markt für Stromdosen-Autos. Ob BMW mit seinen schicken aber relativ teuren i3, i5 und i8 Flitzern hieran etwas ändern kann?

Die Aktie der Münchener Autobauer trat bei Börsenstart heute Morgen vorsichtig aufs Gas. Was meint ihr BUXers, hat das BMW Papier noch mehr PS unter der Haube?

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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