Infineon: Übernahmehunger in der Halbleiterbranche

infineonDas Motto der Halbleiter-Branche lautet derzeit: Fressen oder gefressen werden. Viel billiges Geld, das Dank der amerikanischen Nullzins-Politik die Märkte überflutet, sorgt für Übernahmehunger und Lust auf Chips! Ob Computer-Chips, Sicherheits-Chips, Energieeffizienz-Chips oder Automobil-Chips: Hersteller von Halbleiter-Produkten wie beispielsweise Infineon sind gefragte Leckerbissen unter den Übernahmekandidaten.

Dabei geht es nicht mehr einzig und allein um strategisch sinnvolle Investments, sondern vor allem darum, das Objekt der Begierde der Konkurrenz wegzuschnappen. Wachsen um jeden Preis lautet die Devise. Das Übernahmefieber unter dem melodischen Fachbegriff “Konsolidierung” macht schon seit einiger Zeit die Runde und infizierte unter anderem Dialog (schluckte Atmel), On Semi (schnappte Fairchild Infineon vor der Nase weg) oder Intel (kaufte Altera).

Ein weiterer Grund für das große Fressen sind die Wachstumsgrenzen, an die die Halbleiterbranche stößt. Computerchips für neue PC’s waren noch vor wenigen Jahren ein gigantischer Markt. Doch da beispielsweise Windows 10 auch auf älteren Rechnern läuft, schrumpft die Nachfrage nach neuen PC’s. Intel & Co. sind deshalb auf der Suche nach Herstellern von Halbleiter-Nischenprodukten, die sie sich “einverleiben” um überhaupt noch wachsen zu können.

Für einen vollen Magen könnte beispielsweise Infineon sorgen. Unsere Münchener Chip-Spezialisten haben den Trend zur Marktlücke erkannt und sind in zahlreichen Zukunftsmärkten vorn dabei. Die Bayern liefern beispielsweise Halbleiter für Elektroautos, entwickeln Radarsysteme für selbstfahrende Autos und bauen Chips für die Strombranche.

Die Infineon Aktie landete gestern mit Minus 4,56 Prozent auf dem unrühmlichen letzten Platz der DAX-Liste. Anleger fürchten, dass der schwache Absatz auf dem chinesischen Automobilmarkt seine Spuren in der Bilanz hinterlassen könnte. Automobilhersteller füllen aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen in China nur zögerlich ihre Chips-Vorräte. Die Automobilindustrie ist zwar das wichtigste Standbein der Münchener, doch eventuelle Verluste könnten durch Gewinne aus dem boomenden Smartphone-Geschäft kompensiert werden.

Die meisten Analysten rechnen damit, dass Infineon morgen vor Börsenstart solide Zahlen präsentieren wird: 2015/16 könnte der Umsatz des Unternehmens um rund 10 Prozent auf dann 6,4 Milliarden Euro klettern.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Advertisements
Infineon: Übernahmehunger in der Halbleiterbranche

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s