RocketInternet: Startups aus der Büchse

hellofreshHabt ihr so wie ich keinen Plan mehr, was ihr in Zeiten einer komplett verunsicherten Börse, weltpolitischer Probleme und schlapper Zinsen überhaupt noch traden sollt? Wir helfen euch auf die Sprünge und knöpfen uns heute zu früher Stunde einen der gestrigen Verlierer vor: Rocket Internet. Minus 2,92 Prozent standen nach Börsenschluss auf dem Zähler der Berliner Internet-Beteiligungsfirma, die Sprösslinge wie HelloFresh, Home24 oder Zalando aus der Taufe gehoben hat.

Der einstige Börsenliebling RocketInternet, dessen Kurs seit seinem Debüt auf dem Parkett um rund 40 Prozent gefallen ist, verliert langsam aber sicher das Vertrauen der Anleger. Und mal ganz ehrlich: sind Kochboxen für Einkaufs- und Koch faule wirklich ein tragfähiges Businessmodell? Auch Home24 und Zalando zielen auf Shopping-Muffel, die lieber auf der Couch hängend ihr PayPal-Konto erleichtern, als mal kurz in die City zu fahren.

RocketInternet gründet wie am Fließband neue Startups, deren Kerngeschäft darin besteht, alte Dienstleistungen neu zu verpacken und irgendwie sexy zu machen. Lieferdienste, Putzdienste, Kredite: alles was der Mensch so von zuhause aus kaufen kann, wird von den frisch gegründeten Beteiligungsgesellschaften der Internet Rakete vertickt. Sobald die Tochterunternehmen von RocketInternet dann genügend Kohle machen, werden sie an die Börse gebracht und anschließend verkauft. Hat was von Kuhhandel das Ganze, finde ich.

Der nächste, geplante Börsengang war HelloFresh. Doch seit der Ankündigung im Oktober passierte: nichts. Rund 530.000 Abo- Kunden in 10 Ländern zählt der Lieferservice derzeit. Der Umsatz explodierte in den ersten neun Monaten diesen Jahres um 384 Prozent auf 198 Millionen Euro. Klingt nach: sofort traden? Nicht so voreilig, es gibt da noch ein kleines Detail am Rande: der Betriebsverlust wuchs zur gleichen Zeit um dramatische 563 Prozent auf 57,7 Millionen Euro. Schuld daran war vor allem das aggressive Marketing, mit dem HelloFresh möglichst schnell Kunden an sich binden wollte. Habt ihr die Jungs mit den “Gratis” HelloFresh Abos auch vor den Supermärkten stehen sehen? Genau.

Doch nicht nur der bis auf weiteres verschobene HelloFresh Börsengang, sondern auch das träge Wachstum der rund 100 weiteren Beteiligungsfirmen von RocketInternet stimmt Anleger misstrauisch.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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