Die Börse im Zeichen Frankreichs

peaceNormalerweise versuche ich, euch an dieser Stelle mit einem witzigen Montag Morgen Artikel den Start in die Woche zu versüßen. Doch der spaßige “Tone of Voice”, den wir normalerweise anschlagen, scheint heute, nach einem Wochenende im Zeichen des Terrors, mehr als unangebracht. Ich hoffe, dass ihr und eure Familien und Freunde nicht von der Tragödie in Paris betroffen seid und spreche im Namen des gesamten BUX-Teams unser Mitgefühl für die Betroffenen der Anschläge aus.

Angesichts solcher Dramen verlieren Themen aus der Finanzwelt völlig an Bedeutung. Das Materielle tritt in den Hintergrund und schafft Platz für die essentiellen Probleme, die Europa und die Welt derzeit in Atem halten. Dennoch werde ich versuchen, euch einen kurzen Überblick über die Entwicklungen auf den Finanzmärkten zu geben. Die Pariser Börse Euronext öffnet heute wie gewohnt ihre Türen und bekräftigt in einer Stellungnahme, dem Terror trotzen zu wollen. Wir zeigen uns solidarisch.

Die letzte Börsenwoche stand im Zeichen des Streiks. Bei der Lufthansa blieben Flieger und Bemannung am Boden und zogen den Aktienkurs gleich mit runter. Wie es mit den Anteilen der LH weitergeht, ist derzeit ebenso unklar wie der schwelende Konflikt zwischen dem Konzern und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo. Momentan freuen sich Passagiere wieder über planmäßige Abflugzeiten doch es ist nicht ausgeschlossen, dass kommende Woche wieder ein unbekanntes Flugobjekt für Stress am Himmel und auf Erden sorgt. Bei der Lufthansa gilt derzeit: Nach dem Streik ist vor dem Streik.

Auch unsere Deutschland 30 (DAX Werte) traten nach 4 Wochen Steigflug kräftig auf die Bremse und sackten  in der abgelaufenen Woche um 2,5 Prozent ein.

Geht uns jetzt die erhoffte Herbstrally flöten, oder handelt es sich nur im Gewinnmitnahmen von Anlegern, die in den letzten Wochen ordentlich Kasse gemacht haben und vor der möglichen Zinswende im Advent noch ihre Schäfchen in den trockenen Stall bringen wollen?

Die Börse hierzulande könnte sich diese Woche- auch aufgrund der Anschläge in Paris- ruhig zeigen. Die Berichtsaison der großen, deutschen Unternehmen ist weitgehend abgelaufen. Nur Nachzügler ThyssenKrupp präsentiert am Donnerstag noch seine Quartalszahlen.

Das Stahlunternehmen gehört 2015 zu den vier schlechtesten DAX-Performern. Der Schuldige ist wie so oft mal wieder China. Billigstahl aus Fernost überschwemmt derzeit den europäischen Markt und sorgt für Dumpingpreise, bei denen Made in Germany Stahlbauer wie ThyssenKrupp nicht mithalten können. Während sich die Politik um eine Lösung bemüht, bleibt den Stahlbauern nur der Gesund-Schrumpf-Kurs. Stellenabbau ist keine tragkräftige Zukunftsstrategie, könnte ThyssenKrupp am Donnerstag aber zumindest vor einem Bilanz-Desaster bewahren.

Und dann erwartet Frankfurt noch hoher Besuch auch Bella Italia: unser alter Bekannter und Notenbanker Mario Draghi trifft sich mit der Finanzelite zur “Euro-Finance-Week”. Dort diskutiert man dann in illustrer Runde über die Frage: Wie sollen Banken im Zeitalter der Nullzinsen überhaupt noch Geld verdienen?

Vermutlich tritt diese Frage angesichts der Anschläge von Paris in den Hintergrund. Experten rechnen mit Verlusten an den europäischen Börsen, da weltpolitische Fragen die Stimmung negativ beeinflussen könnten.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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