Rückenkratzen bei der Deutschen Telekom

telekomBeginnen wir den Tag mit einer Tasse Heißgetränk und einer kleinen Hitliste der gestrigen Gewinner und Verlierer im DAX. Um es kurz zu machen: fast alle Unternehmen, die gestern ihre Quartalszahlen offenlegen mussten, waren die großen Looser. K+S, Deutsche Post und Eon präsentierten deutliche Verluste und schmückten sich mit einem dicken, roten Minus im Index. Henkel dagegen profitierte von den blitzsauberen Zahlen seines Waschmittel-Geschäfts und schäumte mit 6,7 Prozent Plus an die Spitzenposition der Deutschland 30.

Gute Neuigkeiten gab es auch von der Deutsche Telekom. Das Traditions-Unternehmen dürfte sein geliebtes Magenta bald mit vier bunten Würfelchen anreichern, denn es steht ein ganz dicker Deal mit (Trommelwirbel) Microsoft bevor!

Der amerikanische Tech-Konzern und T-Systems planen, gemeinsam Konkurrenten wie Amazon oder Google einen Platz in den Wolken streitig zu machen. Es geht um “the Cloud”, die “Datenwolke”, in der Unternehmen und Einzelpersonen Rechen- und Programmleistungen abrufen können.

Die Partnerschaft der beiden beruht auf einem gegenseitigen Rückenkratzen: T-System juckt das Cloud-Geschäft schon lange und Microsoft kribbelt es bei dem Gedanken, endlich seine Abhängikeit vom Windows-Geschäft zu verringern.

Die frischgetrauten IT- Riesen schweben also auf Wolke 7 und profitieren auch noch vom wachsenden Misstrauen der Firmenkunden in Daten, die auf Servern in den USA gespeichert sind. Zu weit weg, zu unsicher. Viele Branchen bevorzugen Server Made in Germany und vertrauen ihre Daten lieber Telekom-Rechnern in Frankfurt und Magdeburg an. Microsoft sorgt für die Infrastruktur, die Telekom für die Architektur. Wenn diese Ehe keine Zukunft hat!

Gute Nachrichten kamen gestern Abend auch noch aus den benachbarten Niederlanden. Die Investoren Apax, CVC und eventuell auch Liberty Global haben Interesse an der verlustträchtigen Telekom-Tochter T-Mobile. Sollte es der Telekom gelingen, den Laden für geschätzte 3 Milliarden Euro zu verticken, könnte schon bald die nächste Party steigen denn T-Mobile laufen die Kunden weg. Fast 200.000 untreue Holländer wechselten innerhalb eines Jahres zu Konkurrenten KPN oder Vodafone. Zu klein der Markt, zu hart die Konkurrenz. Und so käme der Telekom ein Verkauf des Geschäfts in den Niederlanden gerade recht.
Ob die Telekom-Aktie heute auf magentafarbenen Wölkchen schwebt? Nach dem Gong wissen wir mehr.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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