Siemens: Techno-Riese zieht Bilanz

merkel_001_0Der Name Siemens tauchte heute schon in meinem Guten-Morgen-Artikel über Krisen-Verbündeten RWE auf. Der Elektrokonzern und bayerische Lokalmatador legt morgen seine Quartalszahlen vor und leidet wie die gesamte Branche an einem schwachen China-Geschäft und gleichzeitig zunehmender Konkurrenz aus dem Land des Lächelns.

Beispielsweise haben chinesische Unternehmen wie CRRC beim Bau von Hochgeschwindigkeitszügen mächtig aufgeholt und verkaufen ihre schicken Racebahnen bald auch in Europa. Und was macht Siemens? Konzernchef Kaeser gibt klein bei und lässt den Chinesen freie Fahrt auf dem Schienennetz. Sein Konzern konzentriert sich zukünftig lieber auf Signaltechnik und Steuerung.

Ob Siemens auch in anderen Bereichen kapituliert ist fraglich. Fest steht jedoch, dass der Technologieriese eine Frischzellenkur in vielen Sektoren benötigt. Medizintechnik, Fabrikautomatisierung, Windkraftanlagen, Gasturbinen, Gebäudesicherheit, Software, Finanzdienstleistungen- die Geschäftsbereiche des Technologiekonzerns sind so vielfältig, dass ich einen BUX-Roman darüber schreiben könnte.

Wo der Laie fast den Überblick verliert, hat Chef Kaeser den vollen Durchblick: Bisher hat der Siemens-Lenker Hierarchieebenen gestrichen und den Konzern komplett neu strukturiert. Kaeser hat Hör- und Haushaltsgeräte abgestoßen, Unternehmen wie Dresser-Rand und das Geschäft mit kleinen Turbinen von Rolls-Royce zugekauft und am Ende gut 13.000 Stellen abgebaut.

Herr Kaeser wollte sich gerade selbst auf die Schulter klopfen und ein Päuschen in seiner Villa in Kalifornien einlegen, doch es ziehen bereits neue Gewitterwolken am Horizont auf, etwa im Ölsektor und auch im Bau von Kraftwerken und bei Gasturbinen herrscht Flaute. Frischen Wind im Hause Siemens könnten da zwei Mega Deals in Ägypten und Bolivien bringen.

So schnappte Kaeser der US-Konkurrenz beim Angeln im Roten Meer einen ganz großen Fisch vor der Nase weg: Siemens erhält mit dem Bau neuer Gas- und Windkraftanlagen in Ägypten den größten Auftrag seiner Geschichte. Die ägyptische Finanzierung des Deals steht zwar bis heute nicht aber ach ja, Kaeser wirds schon richten!

Von der Wüste in den Dschungel: die Bayern erhielten dank einer Kooperation mit Bolivien milliardenschwere Aufträge im latein-amerikanischen Energiesektor. Und die kann Siemens schwächelnde Energiesparte gerade sehr gut gebrauchen.

Tja, hätte der einstige Silicon Valley Bewohner und Football-Fan Kaeser seine Mitte der 90er Jahre für 5 Dollar erworbenen Apple Aktien nie verkauft, müsste er sich jetzt nicht mit Siemens Sorgen rumschlagen. Vor den morgigen Zahlen zeigen sich der Manager und Experten optimistisch: Umsatz und Auftragseingang dürften besser als im Vorjahr ausgefallen sein. Nur die hohen Kosten im Stellenabbau haben vermutlich ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Und jetzt seid ihr gefragt: kann Siemens morgen überzeugen oder schicken wir Kaeser zurück nach Kalifornien?

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/page/2/

 

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