GoPro: Aktie auf Tauchkurs

goproDie Adrenalin-Junkies unter euch kennen sie bestimmt schon: die amerikanische Action-Kamera Schmiede GoPro. Für alle, die wie ich ein eher beschauliches Leben ohne Stunt-Qualitäten führen und keine „Be a Hero“ Kamera benötigen, hier eine kleine Einführung in die Welt der Extrem-Kameras.

Vielleicht habt ihr sie schon auf der Skipiste oder dem Oktoberfest gespottet: Menschen mit Helm oder Mütze, die sich eine Kamera um den Kopf binden und aussehen wie Höhlenforscher. Oder Pfadfinder. Damit bewaffnet stürzen sie sich dann vom Lawinenwarnung-Steilhang oder fahren 10 Mal Achterbahn am Stück.

Etwas alltäglichere Einsatzgebiete sind beispielsweise tauchende Hunde, der trampolinspringende Nachwuchs oder – seit Neuestem- Heiratsanträge!

Total gaga? Ja, stimmt, aber die Aufnahmen, die diese rund 200 bis 400Euro teuren Dinger abliefern sind echt mehr als ein Instagram-Share wert.

Nicht ganz so eindrucksvoll performt GoPro derzeit an der Börse. Die Aktie, die im Sommer 2014 ihr Börsendebüt feierte und mit 24 Dollar an der US-Techbörse Nasdaq aufschlug, schoss in kürzester Zeit auf über 90 Dollar. Zu Spitzenzeiten war GoPro zehn Milliarden Dollar wert – der Gründer und CEO Nick Woodman hatte ein Vermögen von mehr als drei Milliarden Dollar.

Doch seit rund einem Jahr bereitet die Helm-Kamera Kopfzerbrechen: der Kurs befindet sich in einer Schussfahrt talabwärts, die an die folgenschwere Actioncam-Fahrt unseres Michi Schumachers erinnert. Seit Januar hat sich der Wert der Aktie halbiert. Von ihrem Allzeithoch ist die GoPro-Aktie sogar rund 70 Prozent entfernt und dümpelt aktuell in Regionen um den Ausgabepreis.

Es gibt zahlreiche Gründe für den Sturzflug des einstigen Silicon Valley Lieblings. Einer davon ist die drohende Konkurrenz aus dem Hause..ja genau..Apple! Habt ihr euch auch schon des Öfteren gefragt, ob man sich ein iPhone um den Kopf binden kann? Zu diesem Zweck gibt es schon jetzt diverse Gadgets aber der iKonzert gibt angeblich bald richtig Vollgas:

Das US-Patentamt hatte Apple im Januar das Patent für ein eigenes Kamerasystem bewilligt, das wie die Geräte von GoPro bei sportlichen Aktivitäten verwendet werden kann.

Und als ob das nicht bedrohlich genug wäre, hat GoPro es doch tatsächlich geschafft, sich mit seinem neuen Produkt Hero4 Session selbst Konkurrenz zu machen. Das Gerät ist kleiner, handlicher und zudem billiger als seine Vorgänger. Willkommen, Produktkannibalisierung!

Auch die Verkaufszahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück und manche Analysten rechnen mit weiteren Kurs-Dramen, sollte GoPro nicht mit einer brillanten, neuen Produktidee kommen. Ex-Surfer und Sunnyboy Nick Woodman hat seine Schäfchen jedenfalls im Trockenen: 2014 hatte Woodman für seine Tätigkeit an der Konzernspitze rund 284,5 Millionen Dollar erhalten.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

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