Deutsche Bank: die Stunde der Wahrheit

DBDie Schlipsträger der Deutschen Bank haben uns in den letzten Wochen mit einigen Schreckens-Meldungen überrascht. Gerne auch zu später Stunde, wenn die sonst so wachen Journalisten und vermutlich auch ihr BUXer schon Schäfchen zählt.

Anfang Oktober sorgte die Hiobsbotschaft „Rekordverlust im dritten Quartal“ für ein schwarzes-Aktienloch von Minus 6 Prozent und ein paar Tage später kam die Nachricht von einer Fehl-Buchung in Höhe von 6 Milliarden Dollar: Ein neuer Mitarbeiter hatte sich vertippt und einen unbekannten Hedgefond mit einer Art Geldregen beglückt. Doch seid beruhigt, die Katze ist wieder im Sack und die Milliarden zurück bei ihrem Besitzer, der Deutschen Bank.

Und die kann ein paar Nullen mehr auf dem Konto momentan sehr gut brauchen!

Aufgrund gigantischer Abschreibungen kündigten die Bänker für das dritte Quartal einen Rekordverlust von 6,2 Milliarden Euro an. Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 war die Lage der DB weniger misslich!

Schuld daran sind neben Milliardenkosten für derzeit 7000(!) Rechtsstreitigkeiten vor allem die Privatkunden- und Investmentbanking Bereiche, die weniger erfolgreich performen als erhofft.

Aktionäre müssen um die Dividende bangen, Mitarbeiter um Boni. Die Bank kündigte an, die Ausschüttungen für Aktionäre für das Geschäftsjahr 2015 zu reduzieren oder ganz ausfallen zu lassen. Und wer dreht den sowieso schon unterbezahlten (zwinker) Mitarbeitern und uns hier den Geldhahn zu?

Der neue Boss im Hause Deutsche Bank: John “I’m on a mission” Cryan. Ein Aufräumer, einer der durchgreift und den Laden wieder zum Laufen bringen soll. So schätzt man ihn ein. Und Cryan ist nicht zimperlich: er will Köpfe rollen sehen!

Stufe eins war der Umbau in den Chefetagen beidem etliche Manager ihren Schlips nehmen mussten. Stufe zwei sind Filialschließungen, die Entlassung von bis zu einem Viertel der DB-Mannschaft und die geplante Trennung von der Tochter Postbank 2016.

Doch nur mit einem wilden Massaker des John Cryan sind Investoren natürlich nicht zufrieden zu stellen. Der Tabula rasa in den Chefetagen müssen jetzt konkrete Pläne zur inhaltlichen Neugestaltung der Deutschen Bank folgen.

Morgen, vor Börsenstart, legt die Bank ihre Q3 Zahlen vor. Vermutlich kein Grund für Champagne Showers aber wenn der neue Mann am Steuer mit seiner Zukunftsvision überzeugen kann, könnte die Aktie an der Börse doch noch was zum Feiern haben.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Advertisements
Deutsche Bank: die Stunde der Wahrheit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s