Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

mercedes-engine-2100359_960_720.jpgWer hätte das gedacht: Medienberichten zufolge hat Daimler möglicherweise mehr als eine Million Fahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten verkauft. Auf dem Prüfstand machen die Motoren einen blitzsauberen Eindruck, doch sobald die Wägen wieder auf die Straße rollen, schaltet sich die Schadstoffreinigung weitgehend aus. Die getürkten Autos stoßen in Folge weit mehr schädliche Abgase aus, als gesetzlich zugelassen ist.

Daimlergate?
“Gate” ist seit der berühmten Watergate-Affäre das wohl meist verwendete Skandal-Suffix. Ich finde, Daimler hat sich sein eigenes “-gate” redlich verdient! Die Saubermänner aus Stuttgart beharrten monatelang auf ihre weiße Weste und wenn WDR, NDR und “Süddeutsche Zeitung” nicht am Ball geblieben wären, würde sich Daimler-Chef Dieter Zetsche noch immer in seinen Walrossbart lachen. Die Journalisten erhielten Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss des Landgerichts Stuttgart, der Grundlage für die Razzia bei Daimler im Mai 2017 war.

Aus dem Dokument geht hervor, dass der Autobauer von 2008 bis 2016 in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben soll. Möglicherweise sind über eine Million Autos und Kleintransporter mit den Motoren OM 642 und OM 651 betroffen, die Daimler auch in Fahrzeugserien von Mercedes-Benz eingebaut hat.

Doch nicht bei uns!

Herbst 2015
Volkswagen steckt mitten im Dieselgate-Sumpf. Nach Bekanntwerden des Skandals rund um VW distanziert sich Daimler schon mal prophylaktisch von Tricksereien aller Art. Wörtlich sagte Daimler-Chef Zetsche zu diesem Zeitpunkt:  „Bei uns wird nicht betrogen, bei uns wurden keine Abgaswerte manipuliert.“

Januar 2016
Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) testet zwei Fahrzeuge der aktuellen C- und B-Klasse und kritisiert, die “mangelhafte” Abgasreinigung und eine starke Abweichung der Stickoxidwerte. Die DUH verklagt Daimler daraufhin wegen irreführender Werbung, doch das Gericht weist die Anschuldigungen im Juni 2017 zurück.

Dezember 2016
Auch in den USA werden Vorwürfe gegen Daimler laut: Mercedes-Käufer reichen bei Gericht eine Sammelklage gegen Daimler wegen unzulässiger Werbeaussagen für Blue-Tec-Dieselmotoren ein. Der Autohersteller soll Kunden mit geringeren Schadstoffwerten gelockt haben, als tatsächlich gemessen. Die Klage wurde abgewiesen.

Mai 2017
Ein 200-Mann-Aufgebot der Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht mehrere Daimler-Standorte. Die Razzia scheint erfolgreich gewesen zu sein, denn das dabei sichergestellte Beweismaterial bildet die Grundlage für die aktuellen Anklagepunkte gegen zwei (unbekannte) Daimler-Bauernopfer, ähm, Mitarbeiter: Betrugsverdacht und irreführende Werbung.

Alles halb so wild!
Der Aktienkurs des Autoherstellers verlor nach Bekanntwerden der Anschuldigungen am Vormittag “nur” rund ein Prozent an Wert. Vielleicht sind die meisten Investoren mittlerweile Dieselgate-resistent und Daimler profitiert davon, nur einer von vielen Konzernen zu sein, denen Abgasmanipulationen vorgeworfen werden? VW war 2015 der erste Autobauer auf der Anklagebank. Damals reagierten die Anleger noch schockiert: die Volkswagen-Aktie verlor zeitweise über 20 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

Daimler strahlt trotz Diesel-Ärgers

Dieselgate statt Wurstgate: Während sich bei der letzten Hauptversammlung in Stuttgart alles um heimlich vom Buffet entwendete Würstchen drehte, die ein Aktionär in sein Doggybag packte, muss sich Daimler heute vor allem Fragen zu Abgas-Vorwürfen gefallen lassen.

Abgas-Ärger durch Thermofenster

Anders als bei VWs Dieselfahrzeugen, deren Motorabschaltung während der Abgasprüfung aktiviert wurde, schummelt Daimler mit sogenannten Thermofenstern, die ab einer bestimmten Temperatur die Abgasnachbereitung herunterfahren. Angeblich, um bestimmte Motorteile zu schonen, wenn es draußen kälter wird. Umweltschützer in Deutschland und den USA gehen verständlicherweise auf die Barrikaden und verklagen den Autobauer, weil er mit der Werbung für vermeintlich “saubere” Dieselmotoren Verbraucher in die Irre geführt haben soll.

Spritfressende SUVs

Einen weiteren Vorwurf muss sich Daimler aufgrund seiner umfangreichen Geländewagen-Palette gefallen lassen. Die sogenannten SUVs liegen momentan weltweit total im Trend und sowohl Stadt-Cowboy, als auch Unternehmergattin schmücken sich gerne mit einem überdimensionierten Allrad. Einerseits eine erfreuliche Nachfrage-Entwicklung, andererseits ein Andachtspunkt für Daimlers Forschungsteam. Erstmals seit 2007 gelang es dem Autobauer nicht, die strengen Klimaschutzziele der EU einzuhalten und den CO2-Ausstoß der Flotte zu senken.

Der Wert belief sich 2016 wie im Vorjahr auf 123 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer. Die spezifische Zielvorgabe für Daimler für das Jahr 2020 sind maximal 100 Gramm. Eine “ernstzunehmende Herausforderung” für den Forschungschef des Konzerns, da der zunehmende Anteil spritschluckender SUVs den Gesamtwert der Daimler-Flotte erhöht.

Doch die Stuttgarter lassen sich von etwas Gegenwind noch lange nicht aus der Spur drängen. Mit einer Fokussierung auf Hybrid- und Elektromotoren will Daimler den Kraftstoffverbrauch seiner Flotte in den kommenden Jahren senken und gleichzeitig in die Entwicklung spritsparender Technologien investieren.

Traum-Bilanz

Bei so viel “Dreck am Stecken” treten die grandiosen Geschäftszahlen, die Daimler-Chef Zetsche heute präsentierte, fast schon in den Hintergrund. Dabei schien der Stern des Autobauers nie heller: Für die vergangenen drei Monaten rechnet Daimler mit dem höchsten, jemals erreichten Absatz. Die Zahlen für März liegen zwar noch nicht vor, aber im Januar und Februar schafften die Stuttgarter ein Verkaufsplus von 15,6 Prozent.

Trotz des Diesel-Ärgers treten die Aktionäre heute aufs Gaspedal und bescheren Daimler einen Kursgewinn von rund 1,6 Prozent. Nett, aber die Aktie des Autobauers kann mit einer Rendite von nahezu null Prozent seit Januar nicht überzeugen. Ganz im Gegensatz zum boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BDCI), der im gleichen Zeitraum 5,37 Prozent an Wert gewann. Sie sehen schon, liebe Leserinnen und Leser, es muss nicht immer die Marke mit dem “Stern” sein. Manchmal sind vermeintlich “langweilige”, aber ungemein renditestarke Aktien wie die des BCDI, die bessere Wahl.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Daimler strahlt trotz Diesel-Ärgers

VW: The show must go on!

akte-x-vw-files-truth-is-still-out-there-fbi-agent-aufklaerung-volkswagen-abgas-affaerePut your hands up 4 Detroit! Ohhhhh… übler Dance Track, remember? Den Elektro-Kracher habe ich jetzt als Ohrwurm- mit Dank an die Automesse in Detroit, die heute startet und die internationalen Schlagzeilen füllt.

Noch. Denn die “North American International Auto Show” verliert immer mehr Fans an das Tech-Event CES in Las Vegas, wo sich die internationalen Autobauer lieber mit Bill Gates über Robo-Cars und E-Autos unterhalten, als auf der anderen Seite des Kontinents der Konkurrenz Applaus zu klatschen.

Aber obwohl das Interesse an der Automesse Detroit schmilzt wie meine Schneebar auf der Terrasse, blickt die gesamte Finanzwelt neugierig nach Michigan. Branchenevents bedeuten häufig Movements der Aktienkurse, weil die Hersteller bei solchen Anlässen aus dem Nähkästchen plaudern und kursbewegende Insider-News preisgeben.

So geschehen heute bei Mercedes und VW. Daimler-Chef Zetsche ist mit über 2 Millionen verkaufter Autos und einem Plus von 11 Prozent im Sternenhimmel und verkündete “Jetzt ist Mercedes-Benz die absatzstärkste Premiummarke”. Der Sieg über die Erzrivalen BMW und Audi kommt dabei auch noch unerwartet früh- eigentlich wollten die Stuttgarter erst 2020 die Pole-Position erobern.

Daimler läuft. Und Volkswagen? Glänzt durch Abwesenheit. Konzernchef Müller hätte eigentlich auch Top-News zu melden, weil VW trotz des Abgas-Skandals 2016 ein Verkaufsplus von 2,8 Prozent einfahren konnte. Aber Müller schickt lieber Markenchef Herbert Diess vors Mikro und drückt sich um seinen USA-Trip.

Man munkelt, dass Müller aus reinem Selbstschutz auf einen Talk mit den Journalisten verzichtet, weil er sich vor rund einem Jahr fast um Kopf und Kragen geredet hätte. Der Master of Desaster hatte den Dieselgate-Skandal damals als “technisches Problem” heruntergespielt, statt reumütig seine Fehler zuzugeben.

Das haben ihm die Amis bis heute nicht verziehen und Müller könnte mit einem erneuten Presse-Supergau den Neustart der Marke VW in den USA gefährden. Oder sogar verhaftet werden wie einer seiner Konzern-Kollegen, der am Wochenende wegen Betrugsvorwürfen in Sachen Dieselgate vom FBI festgenommen wurde. Uupsi.

Dem VW-Kurs ist das Schnuppe. Die Volkswagen-Aktie fährt heute mit über 3 Prozent Plus souverän an die Poleposition im DAX und lässt sogar die Premium-Konkurrenz am Auspuff schnuppern. Hands up & Happy Trading!

VW: The show must go on!