Die Notenbanken, schon wieder

superheldenNach der Notenbanksitzung ist vor der Notenbanksitzung. Kaum ein anderes Thema dürfte uns derzeit so in Atem halten, wie die EZB-Entscheidung letzte Woche und die bevorstehende US-Notenbank-Konferenz Mitte Dezember.

Es kommt einem fast schon so vor, als würden die Vermutungen, Erwartungen und Enttäuschungen rund um die Zentralbanken mehr auf dem Parkett bewegen, als Wirtschaftsnews oder Unternehmens-Meldungen. Seltsam, oder? Natürlich sind Zinsentscheidungen auch für Börsianer wichtig, aber Mario Draghi (EZB Chef) und Janet Yellen (Mrs. US-Notenbank) erreichen langsam so ne Art Superhelden-Status und haben mächtig viel Einfluss auf unseren DAX und andere, weltweite Indizes.

Ein gutes Beispiel lieferte uns EZB-Chef Mario Draghi letzte Woche. Der DAX brach über 3,6 Prozent ein, weil Mario die Märkte nicht “überraschen” konnte. Die Finanzwelt hatte gehofft, dass die EZB nicht wie bislang monatlich 60 Milliarden Euro, sondern vielleicht sogar 75 Milliarden Euro in Form von Anleihenkäufen in die Märkte pumpen wird. Tut sie aber nicht. Dafür werden die Strafzinsen für Banken erhöht, die überschüssiges Geld bei der Zentralbank parken.

Beide Maßnahmen (der Kauf von Wertpapieren durch die Zentralbank und die Strafzins-Erhöhung) sollen dafür sorgen, dass Banken mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben, weil alle anderen Investments sowieso kein Geld in ihre Kassen spülen. Und das wiederum soll die Wirtschaft und den Konsum ankurbeln.

Die Strategie der EZB sorgte auf dem Parkett für Katzenjammer was eher unverständlich ist, denn solange es kaum Zinsen auf Sparbuch & Co. gibt, führt an Aktien als Geldanlage ohnehin kein Weg vorbei. Eigentlich gute Nachrichten für unsere Deutschland 30, die sich in den letzten Wochen schon von so manchem Schock schnell wieder erholen konnten, oder?

Diese Woche steht auch im Zeichen der US-Konjunktur und der erwarteten Zinserhöhung (jaja, da haben wir sie wieder) der US-Notenbank. Die Wall Street feierte schon letzte Woche die guten Arbeitsmarktzahlen und wartet voll Spannung auf die Einzelhandelsdaten kommenden Freitag. Kurbelt das Vorweihnachts-Geschäft den Konsum der Amis an wie erhofft, so würde das der US- Konjunktur noch einen extra Boost verleihen und Janet Yellen hoffentlich dazu bewegen, den Leitzins am 16. Dezember zu anzuheben.

Und was tut sich sonst noch so diese Woche? Am Dienstag steht bei ThyssenKrupp der “Capital Markets Day” an. Der Stahl-Riese wird vermutlich einige Insider-News zur Geschäftsentwicklung und Strategie verkünden. Könnte spannend werden, denn der Kurs-geschüttelte Industriekonzern gab erst am Freitag bekannt, dass er seine Stahl-Sparte aufpeppen wird um langfristig wettbewerbstauglich zu bleiben. Gute Idee, Kumpel!

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Die Notenbanken, schon wieder

Expedia: Sonnige Zeiten für die Reiseaktie?

expediaGestern waren die Börsianer in Shoppinglaune. Eine der Gewinneraktien der Deutschland30 war Volkswagen nachdem die Wolfsburger ihre mit Spannung erwarteten Krisen-Quartals-Zahlen vorgelegt hatten. Heraus kam ein dickes, fettes Minus von 1,7 Milliarden Euro. Daraufhin stieg der VW Kurs mit 4 Prozent. Stirnrunzel.. Die Börse ist doch wahrscheinlich das weltweit einzige Spiel, bei dem Verlierer so richtig belohnt werden! Ich staunte jedenfalls nicht schlecht. Der Versuch einer Erklärung: man (die Analysten) hatte schlimmeres erwartet.

Am Abend entzückte uns dann die sehnlich erwartete Rede von Mrs. US-Notenbank, Janet Yellen, die der Welt auch weiterhin billiges Geld auf Pump garantierte. An der 0-Prozent Zinspolitik der US wird sich auf jeden Fall bis Dezember nichts ändern. Über Erwartungen gesprochen: Ich könnte mir so vorstellen, dass diese „Neuigkeit“, die mehr als absehbar war, heute wieder mit Aktien-Shopping und steigenden Kursen gefeiert wird. Die Party steigt ab 09:02Uhr wenn die Börse ihre Türen öffnet.

Und was bringt uns der heutige Tag sonst so? Kühles Herbstwetter. Da schauen wir uns doch mal sonnige Aktien an, wie zum Beispiel Expedia, das Online-Reisebüro, das heute Abend nach dem Gong seine Q3 Zahlen offenlegen wird.

Der Reiseriese Expedia wächst und hat anscheinend eine gut gefüllte Reisekasse zur Eroberung fremder Territorien. So schluckte das Portal Konkurrenten Orbitz Worldwide- für 1,3 Millionen Euro- in Cash! In den USA ist Expedia mit 75 Prozent Marktanteil noch immer Klassenbester. Doch Konkurrent Priceline (bei uns bekannt als Booking.com) hat ebenfalls dicke Geldköfferchen, streckt seine Fühler Richtung China aus und plant eine Aufholjagd in den USA.

So ganz nebenbei drängen auch Shared-Economy Größen wie Airbnb und Uber in den umkämpften Tourismus-Markt. Doch diese Entwicklungen lassen Expedia weitgehend kalt. Mehr Hotels im Angebot, bessere Preise, mehr Service. So ungefähr lautet das Erfolgsrezept des Online-Reisebüros.

Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um elf Prozent und gut informierte Kreise erwarten weiterhin ein zweistelliges Umsatzwachstum.

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