Warren Buffett: Was wir von der Investorenlegende lernen können

wallet-2292428_960_72086 Jahre und kein bisschen leise: Investorenlegende Warren Buffett ist trotz seines hohen Alters noch immer der “Popstar” vieler Börsianer. Seine Lebensgeschichte, sein Lifestyle, seine Leitsätze kaum ein anderes Finanzgenie genießt ein ähnlich hohes Ansehen wie der betagte US-Milliardär. Buffett, nach Bill Gates und Zara-Gründer Amancio Ortega der drittreichste Mann der Welt, lebt ein bescheidenes, glückliches Leben. Angeblich frühstückt er am liebsten bei McDonald’s, besitzt keinen Computer und wohnt noch immer in einem recht bescheidenen Eigenheim, das er 1958 für 31.500 Dollar erworben hat. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hält Beteiligungen an über 80 Firmen und ist mit einem Börsenwert von 400 Milliarden Dollar eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Der amerikanische Traum

Vom Zeitungsjungen zum Star-Investor: das ist der Stoff, aus dem Hollywoodfilme gestrickt sind. Das Drehbuch zu Warren Buffetts Blockbuster startete in Omaha, Nebraska, wo er schon als Junge alles zu Gold machte, was ihm in die Finger kam. Briefmarken, gebrauchte Golfbälle, Coca-Cola Flaschen…der kleine Buffett hatte schon damals den richtigen Riecher für lohnende Geschäfte und erarbeitete sich schon als Jugendlicher ein kleines Vermögen. Mit 19 Jahren spielte ihm das Schicksal ein Buch seines Ökonomieprofessors über die Analyse von Wertpapieren in die Hand, das seinen Anlagestil bis heute maßgeblich beeinflusst.

“Wie ein altes Krokodil..

Er liegt lange auf der Lauer. Und dann schnappt er gnadenlos zu”. So umschrieb ein Aktionär einmal Warren Buffetts Investitionsverhalten. Geprägt von der Fundamentalanlyse, die in dem Werk seines Uni-Professors beschrieben war, kauft der Börsenstar möglichst früh unterbewertete Aktien, liegt dann so lange auf der Lauer, bis sie ihren wahren Wert erreicht haben und trifft, wenn die Zeit reif ist, völlig emotionslos und schnell eine Entscheidung. Diese “Value”-Strategie geht davon aus, dass es an den Märkten immer Aktien gibt, deren wahrer Wert von Anlegern nicht erkannt wird und die deshalb noch günstig zu haben sind. Dies können Firmen in Schwierigkeiten (z.B. Volkswagen), “langweilige” Unternehmen wie Südzucker oder traditionsreiche Marken wie Lindt & Sprüngli sein, denen niemand mehr große Sprünge zutraut.

Die inneren Werte

Wenn man den Meister nach seinem “Geheimrezept” für gewinnbringende Investitionen fragt, so antwortet er meistens: “Wir investieren nur in ein Unternehmen, wenn wir (1) die Geschäfte verstehen, (2) die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, (3) das Unternehmen von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und (4) sehr attraktiv bewertet ist.“ Der Börsenguru hat es sich zum Prinzip gemacht, nur in Unternehmen zu investieren, die er auch versteht und die eine langfristige Perspektive haben. Eine äußerst erfolgreiche Strategie, mit der Warren Buffetts Investmentgesellschaft noch immer jährlich zweistellige Renditen erzielt.

Verpasste Chancen

Bei der diesjährigen Hauptversammlung seiner Holdinggesellschaft Anfang Mai bekannte sich Buffett allerdings trotz aller Erfolge zu ein paar Fehlern und verpassten Chancen in den vergangenen Jahren. Seine Prinzipientreue, die ihn bislang von Investments in “unverständliche” Technologiefirmen wie Amazon oder Google abgehalten hat, kam ihn teuer zu stehen. Er habe das riesige Potential der beiden Unternehmen zu spät erkannt und sich zu lange von Hightech-Aktien distanziert. Doch selbst mit 86 Jahren ist es nicht zu spät für einen Neuanfang: Wie gestern bekannt wurde, baute Berkshire Hathaway seine Beteiligung am iPhone-Hersteller Apple aus und erwarb 129 Millionen Aktien im Wert von rund 19 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro). Damit wurde die Beteiligung mehr als verdoppelt, wie Buffett bereits bei TV-Auftritten verraten hatte.

Sie müssen keine Investorenlegende und auch kein Millionär sein, um an der Börse Erfolg zu haben. Schon mit kleinen Beträgen und den Grundzügen von Buffetts Anlagephilosophie können auch Sie “Börsenluft” schnuppern. Wir von boerse.de haben bei der Zusammenstellung des BCDI viele von Buffetts Grundsätzen beherzigt und darin nur Aktien aufgenommen, die langfristig besonders risikoarm und zugleich renditestark sind. Mit dem BCDI investieren Sie in “langweilige” Unternehmen, die durch starke Marken, dauerhafte Wettbewerbsvorteile und einfache Geschäftsmodelle glänzen. Oder wie es der Altmeister formuliert: “Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen. Stell ein Portfolio mit Unternehmen zusammen, deren Gewinne mit den Jahren steigen und so wird das auch der Marktwert deines Portfolios tun.”

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Warren Buffett: Was wir von der Investorenlegende lernen können

Das Wort zum Wochenende: Sind Dividenden die Zinsen 2.0?

Wir starten heute mal mit einer Quizfrage in den Börsentag: Was tun die Amerikaner meist viermal pro Jahr, die Europäer aber nur einmal? Die Antwort lautet: Dividenden kassieren. Während viele EU-Unternehmen nur einmal pro Jahr das Portemonnaie zücken, sprudeln bei US-Unternehmen wie Apple, Coca-Cola oder McDonald’s alle drei Monate die Gewinnbeteiligungen. Und das nicht zu knapp.

Der Defensiv-Champion McDonald’s beschenkt seine Aktionäre beispielsweise mit satten 3,09 Prozent Dividendenrendite, im Durchschnitt zahlen die 30 Dow-Jones-Werte eine Gewinnbeteiligung von 2,75 Prozent. Damit verdienen Aktionäre gleich doppelt: Als “Miteigentümer” profitieren sie sowohl von Kursgewinnen, als auch Dividendenzahlungen “ihres” Unternehmens.

Aber auch Dax-Unternehmen schütteten 2016 satte 29 Milliarden Euro aus. Die daraus errechnete Dividenden-Rendite von im Mittel 2,7 Prozent lässt Nullprozent-Zinsanlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten buchstäblich “arm” aussehen. Zum Beispiel unser Top-Defensiv-Champion Fresenius: Der Gesundheitskonzern feierte diese Woche den 13. Rekordgewinn und belohnte seine Aktionäre mit der 25. Dividendenerhöhung in Folge. Anteilseigner sollen nun 0,62 Euro je Aktie erhalten nach 0,55 Euro im Jahr zuvor. Addiert man dazu einen durchschnittlichen Kursgewinn der Fresenius-Aktie von 14,66 Prozent pro Jahr seit 2007, ergibt sich eine ansehnliche Gesamtrendite.

Der “Win-Win”-Effekt von Dividendenaktien wird umso deutlicher, wenn der Aktionär sich für die Wiederanlage der Gewinnausschüttung entscheidet. Das bekannte Phänomen der “Geldvermehrung” von Zins und Zinseszins war früher ein Merkmal des Sparbuches. Wenn man sein Erspartes nicht anrührte, so wanderte die Rendite jährlich aufs Konto und addierte sich zum Anlagebetrag. Dank der gegenwärtige Nullzins-Ära gibt es mit dem Sparbuch praktisch keine Rendite mehr. Ganz zu schweigen von Zinseszins. Bei Dividendenaktien dagegen sehr wohl!

Warum fristen Aktien mit Gewinnausschüttung in Deutschland dennoch größtenteils ein Schattendasein, während sie in Amerika als langfristiges Investment mit regelmäßigem Geldsegen betrachtet werden? Das ist vor allem der unterschiedlichen Investmentkultur zuzuschreiben. Hierzulande gelten Aktien eher als ein spekulatives Instrument, mit dem entweder Gewinne oder Verluste erzielt werden können und nicht als langfristige Geldanlage, die neben Kursgewinnen auch noch Dividendenrenditen zum Gesamtergebnis beisteuert.

“Verspielte Chance!”, möchte ich rufen, zumal Aktien in Zeiten von Mini- oder gar Strafzinsen zu den Superhelden im Anlageuniversum mutieren, und die Börsenhistorie zeigt, dass an Aktien als langfristiges Investment kein Weg vorbeiführt. Trotz aller Schwankungen und Turbulenzen zeigt die Vergangenheit, dass bei Dax und Dow eine Gewinnperspektive von 9 Prozent p.a. besteht.

Investorenlegende Warren Buffett hat die verborgenen Qualitäten der Aktien mit dem “gewissen Extra” schon längst erkannt. In seiner Wertpapier-Schatzkiste befinden sich Dividenden-Aristokraten wie zum Beispiel Procter & Gamble, Coca-Cola und Wal-Mart, die allesamt einen stabilen Cashflow und eine solide Geschäftsentwicklung aufweisen. Langweilig! Vielleicht, aber auf lange Sicht ungemein profitabel.

Seine persönliche Vorliebe für Dividendenaktien brachte den Multimilliardär jedoch schon häufig in Erklärungsnot, denn seine eigene Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zahlte nur ein einziges Mal, im Jahr 1967, eine Gewinnbeteiligung aus. Buffett selbst meinte zu diesem Ereignis nur trocken: “Wahrscheinlich war ich auf der Toilette, als diese Entscheidung getroffen wurde”.

Sie sehen schon, Dividendenaktien mit entsprechendem Kursverlauf sind nicht nur was für Investorenlegenden, sondern auch ein sinnvolles und ertragreiches Anlageinstrument für uns Börsianer und solche, die es werden wollen.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende und verabschiede mich mit einem Zitat vom Meister persönlich: “Nichts betäubt Rationalität mehr als ohne Aufwand verdientes Geld.” (Warren Buffett)

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Das-Wort-zum-Wochenende-Sind-Dividenden-die-Zinsen-20-von-Miss-boersede/7744298

Das Wort zum Wochenende: Sind Dividenden die Zinsen 2.0?

Das sieht nicht gut aus: Unilever killt den Ketchup-Deal

off-insect-repellent-ice-cream-with-ketchup-small-74583Es hätte ein kulinarischer Genuss erster Sahne werden können: Magnum-Philadelphia, Lipton Capri-Sonne… träum weiter, du Foodie! Denn aus der 143-Milliarden-Dollar schweren Übernahme von Unilever durch Kraft Heinz wird erstmal nix. Der amerikanische Ketchup-Traum hat sein Angebot für den britisch-niederländischen Verbrauchsgüterhersteller nach nur zwei Tagen zurückgezogen.

Die hellseherischen Spekulanten unter euch hätten mit den Gerüchten um Unilever-Kraft Heinz am Freitag ganz gut Kasse machen können. Plus 13 Prozent standen auf dem Kursticker der Niederländer! Aber dann…

Ihr kennt vielleicht die alte Börsenweisheit: “Buy on rumour, sell on news”? Tja, darin steckt sicher ein Funken Wahrheit, aber wir Börsianer hatten nicht einmal die Chance “on news” zu verkaufen, denn der Deal wurde am Sonntag gecancelt und da sind bekannterweise selbst die Buttons der Profitrader eingefroren. Wer also am Freitag seine Unilever-Anteile nicht gleich wieder vertickt hat, der bekam heute den AXE-Effekt zu spüren: Unilever verlor nach Börsenstart rund 8 Prozent an Wert.

Vorerst wirds also nix mit Pfanni Mac&Cheese. Schuld daran ist angeblich Unilever und: Die Börse. Als Gerüchte über den Megadeal am Freitag die Kurse rockten, waren die Gespräche der beiden Konsumgüter-Multis gerade erst angelaufen und Unilever zog sich nach Bekanntwerden des Übernahmeversuchs erschrocken zurück.

Stellt euch vor, ihr bringt euer neues Sweetheart mit nach Hause und eure Eltern / Mitbewohner / Freunde fragen gleich mal, wann geheiratet wird. So ein Satz ist ein echter Flirt-Killer! Unilever, bedrängt durch den kräftigen Heinz mit dem noch mächtigeren Warren Buffett im Rücken, fühlte sich also leicht bedrängt und ergriff die Flucht: “Unilever sieht keine Basis für weitere Diskussionen”, verkündete der Konzern. Und tschüss, netter Quickie!

Welche Richtung Warren Buffetts Kraft Heinz-Aktien einschlagen werden, sehen wir übrigens erst morgen, da an der Wall Street heute aufgrund eines Feiertages nicht getradet wird. Bis dahin sind die News schon von gestern und der Kraft Heinz-Großaktionär Buffett kommt vielleicht mit einem Lächeln statt 8 Prozent Miesen davon… Happy Trading!

Das sieht nicht gut aus: Unilever killt den Ketchup-Deal